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Anders der neue Deutsche Kaiser. Die Anerkennung seinerMachtvollkommenheit wurde ihm aus freiem Antriebe von Deutsch-lands Fürsten und Volksstämmen einmtithig entgegen getragen,und die bewunderungswürdige Einfachheit und Anspruchslosigkeitseines Wesens, seiner Worte und Thaten erwiesen sich als diesichersten Grundlagen seiner Grösse, als die goldenen Stufen desneuen Kaiserthrons. Umgeben von vielen regierenden DeutschenFürsten, den Prinzen seines Hauses und den Feldherren desDeutschen Heeres, erklärte er am 18. Januar 1871 zu Versailles,für sich und seine Nachfolger an der Krone Preussenfortan den Kaiserlichen Titel in allen Beziehungen und An-gelegenheiten des Reiches annehmen zu wollen: »er hoffe zuGott, dass es der Deutschen Nation gegeben sein, werde, unterdem Wahrzeichen ihrer alten Herrlichkeit das Vaterland einersegensreichen Zukunft entgegen zu führen.« Der Armeebefehlvom selbigen Tage betont fast noch deutlicher, dass Seine Majestät»im Eiuverständniss mit allen Deutschen Fürsten und unter Zu-stimmung aller Deutschen Völker neben der von All er höchst-Ihm durch Gottes Gnade ererbten Stellung des Königsvon Preussen auch die eines Deutschen Kaisers an-nehme. «
Demgemäss konnten am 21. März 1871 bei Eröffnung des er-sten Deutschen Reichstags Seiner Majestät von Rechts wegen dieKöniglich Preussischen Reichsinsignien (Krone, Scepter, Reichs-apfel. Schwert und Fahne) vorgetragen werden, denn als gekrön-ter König von Preussen, als Chef der unter PreussischemOber-Commando stehenden vereinigten Deutschen Heere, hatKönig Wilhelm den Deutschen Kaisertitel angenommen.
Und dieses fait accompli hätte für alle Verhältnisse genügenkönnen, wenn nicht die weise Zurückhaltung des Kaisers, welcheselbst den Schein eines »Preussischen Kaiserthums« mei-den, und Preussen im neuen Bundesstaat ebenso in voller Inte-grität, wie die Königreiche von Bayern, Sachsen und Württembergund die Regierungen der andern hohen Mitglieder des neuen