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Blätter aus dem Tagebuch eines Pilgers nach Jerusalem im Jahre 1864
Entstehung
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uns der Sturmwind, dcm nur entgegen ritten, erreicht hatte,drehten sich unsere Pferde wie auf Eommando herum und blie-ben stehen und waren durch nichts von der Stelle zu bringen.

Die Blitze zuckten von allen Seiten und der Donner rollte mitstarkem widerhallenden Echo über unsere Häupter. Es regneteund hagelte unaufhörlich, wir wurden ganz durchnäßt. Als derWind sich in etwa gelegt hatte, konnten wir weiterziehen, denndie Pferde waren wieder so willig wie zuvor. Der Regen aberwurde setzt stärker und in den Thalgrnndcn hatten sich Bächezu kleinen Seen gebildet, wo wir durch mußten, was oft zu sehrergötzlichen Secnen führte. Unter andern legte sich das Thier,welches eine Wienerin ritt, die als Pilgcrin in Jerusalem war undsich uns bei den Reisen im Innern des Landes angeschlossen, mitder Reiterin ganz gemüthlich in's Wasser und wälzte sich zu seinerErholung mehrmals darin herum. Da der Regen noch immerstärker wurde und das Unwetter sich verschlimmerte, suchten wir ineiner elenden Hütte, die mehr einem Stalle und einer Räuberhöhle,als einer menschlichen Wohnung glich, bei Türken Schutz. Beidieser Gelegenheit wurde mir von den Bewohnern der Hütte, diesich sehr viel um uns zu schaffen machten, ein seidenes Schnupftuchgestohlen, was wahrscheinlich geschah, während unser Dragomandas Frühstück servirte, welches wir in Ermangelung von Stühlen! stehend zu nnS nahmen. Der Ziegen ließ nach und nur setzten> unsere Wanderschaft fort. Wir kamen durch schöne Wiesen, wo^ arabische Pferde sich frei hernmtnmmeltcn, ganze Schaafhccrdcnmit ihren Fettschwcifcn, Zicgcnhccrdcn mit ungeheuern großenlappigen Ohren begegneten nnS hier. Der Adler schwebte oft inder Bist, während Störche, Geier und wilde Enten sich vor unsnicht erschreckten, sondern ruhig im Grase spazierten. Ziehe undHirsche sollten sich hier auch aufhalten, ich habe aber keine gesehen.

^ Nach vielen Mühen und Beschwerden gelangten wir endlich anden Fuß dcS Berges Carmcl und mußten wir noch den steilenBerg hinauf reiten, wo wir ohne weitere Unfälle Nachmittagsgegen 4 Uhr oben im Kloster ankamen und freundlich aufgcnom-

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