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Blätter aus dem Tagebuch eines Pilgers nach Jerusalem im Jahre 1864
Entstehung
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XXIX.

Abreise von Jerusalem. Wettjek.

Der Jacobsbrnnnen.

6. April. Heute Morgen hotte der Dircetor dcS Hospizdie Güte, eine Danksagnngsmcssc in der Hospizkapelle zn lesen.Noch derselben bcgobcn sich Herr Postor Palm, Herr Hermcnsnnd ich nochmols znr Todesangst-Grotte, wo Herr Postor Polindie h. Messe las und wir Beide dieselbe dienten. Noch ver-richteter Andacht bcgobcn wir uns zurück, um nun für die^ bevorstehende Abreise unsere Koffer zu packen. Während die

^ Lastthicrc mit unserer Bagage bepackt wurden, speisten wir zu

! Mittag und zogen gegen 1 Uhr onS Jerusalem. Herr v. Lenk

! nnd seine Kanzler begleiteten unS bis zum Stadtthor und der

Dircetor des Hospiz bis zum Berge Karmcl. Als ich Jerusalem! verließ, war ich recht wehmüthig gestimmt, denn zu lieb und

! theuer war mir die Stadt nnd das h. Land geworden, als daß

ich ihnen nicht eine Thräne hätte weihen sollen.

Am Stadtthor hatten wir viele Umstände mit der Steuer-Partie. Alle Koffer sollten ausgepackt nnd die Rosenkränze nndsonstige Andenken versteuert werden. Drei Herren packten theilsohne Geduld ihren Koffer anS, denn die Türken warfen die fürnnS theuern nnd wcrthvollcn Gegenstände rücksichtslos durch-einander, so daß einige Sachen Schaden litten. Als ich sah,daß wir hier gewiß ein paar Stunden Aufenthalt haben würden,versuchte ich eine List, die mir auch znr Freude meiner Gefährtengelang. Ich drückte dem Oberst der Zollbeamten verstohlenerWeise einen Backschisch in die Hand, nnd nun bezahlte einJeder von uns einen kleinen Zoll, ohne daß die Koffer geöffnetwurden. Auch ließen wir uns hier einen Ansfnhrschein fürKaipha geben, damit wir dort nicht dieselben Plackereien hättenwie bei unserer Einschiffung. Unsere Thiere wurden ncucrdingsbcpackt, wir setzten uns zn Pferde nnd nun ging's endlich

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