Druckschrift 
Blätter aus dem Tagebuch eines Pilgers nach Jerusalem im Jahre 1864
Entstehung
Seite
80
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Aas ht. Abendmahl.

24. März. Grünendonncrstag vor 6 Uhr Veorgens begabsich die Karawane zur hl. Grabcskirchc. Der Platz vor derselbenwar mit türkischen Soldaten besetzt und die Kirche selbst ver-schlossen. Bei der um 6 Uhr erfolgten Ankunft des Patriarchenwurde die GrabcÄirche von den türkischen Wächtern geöffnet,und wir gingen mit den Soldaten in die Kirche. Das Militairbildete um daS hl. Grab herum sofort einen Kordon, der nuran der Seite, wo das kleine Franziskancrklostcr, welches vonden Wächtern des heil. Grabes bewohnt wird, in Begleitungeines Franziskaners überschritten werden durfte. In den vonden Soldaten umschlossenen Raum begab sich der Klerus unddie Pilgcrkarawane. Vor dem heil. Grabe war ein Altar er-richtet und zur linken Seite der Thron für den Patriarchen.Das Poutifieal-Amt war sehr feierlich, der Gesang wurde vonden Franziskanern unter Begleitung eines Harmoniums sehrschön ausgeführt. Bei dem Offertorium sah ich, wie denMinistranten zwei Hostien sowie zwei Kelche mit Wein gereichtwurden. Der Diaeon wechselte verschiedene Male die Hostienund reichte eine davon dem Chorknaben, der sich auf der oberstenStufe des Altars befand, und die andere Hostie demPatriarchen.

Der Patriarch opferte daS Brod und der Chorknabesogleich die nichtkonsekrirte Hostie, ein Gleiches geschah mit demin dem Kelche befindlichen Weine. Wie ich später erfuhr, geschiehtdies immer, wenn der Patriarch ein feierliches Pontisical-Amthält, um einer möglichen Vergiftung vorzubeugen. Bei derCommunion des Patriarchen wurde zuerst dieOster-Communionan den hochw. Klerus, dann dem französischen Gcneral-Consulmit seinen Kanzlern und hierauf den Mitgliedern der Karawanegereicht. Hier in Jerusalem wurde ich so recht lebhaft an die