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Thal umgeben, zum Schutze der Reisenden mit Wachen besetzt,um so viel wie möglich einen llcbcrfall von Räubern zn ver-hindern. Auf diesem Wege, Morgens gegen 9 Uhr, sah ichauch die Ruine Latrun, wo der bußfertige Schacher geboren,und später rechts das Dorf Modin, wo die sieben makkabäischenBruder mit ihrer Mutter gewohnt haben, und in der Entfernungauch das Grab dieser Glaubcnsheldcn. Der Weg wird nunimmer beschwerlicher. Mit einigen Reisegefährten, die viele Mühemit ihren Rcitthieren hatten, fühlte ich inniges Mitleid. DieHitze war sehr groß und griff den Körper außerordentlich an.Die öde und kahle Gegend, die wir nun durchzogen und einenrecht traurigen Eindruck machte, die durch die große Sonnenhitzeund den Reflex von den kahlen Felsen noch vermehrt wird, istgebirgig und führt bergauf und bergab ohne Wege. DaS hiersich nun anhäufende Stcingcröll läßt nicht zn, daß man un-behindert auch nur den Fuß auf den Boden setzen kann, umauszuruhen. Endlich ist mit vieler Mühe die letzte Berghoheerstiegen.
Am 19. März 1864, Nachmittags fünf Uhr, sah ichJerusalem.
Ich sah die hl. Stadt. — Das Ziel meiner beschwerlichenReise. — Welch ein Eindruck! — Ihn zn beschreiben ist mirnicht möglich. — Nie werde ich diese Stunde vergessen! —Gott sei Dank! — Ich sah Jerusalem!
Der Himmel war grau, die Stadt war grau, die Erde mitihren Steinen war grau. Mit Ausnahme von sieben Palm-bäumen in Jerusalem war nirgends ein grünes Blatt nochGrashalm zn sehen. Die ganze Gegend, so weit das Augereichte, war gleichsam in Trauer gehüllt. Ueberall Tod undVerwüstung. — Ich sah Jerusalem!
Ich sah einen Trümmerhaufen, woraus sich die Kuppel derGrabeskirche erhob! — Lebhaft wurde ich an die Worte desHerrn erinnert: „Jerusalem, Jerusalem, daß du es doch er-kenntest an diesem deinem Tage, was dir zum Frieden dient!