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Blätter aus dem Tagebuch eines Pilgers nach Jerusalem im Jahre 1864
Entstehung
Seite
34
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wovon blos der beschädigte Kopf noch zu sehen ist, der einen sokolossalen Umfang hat, daß einem ganz unheimlich zu Muthewird. In der Nähe der Pyramiden sind einige Gräber derKönige bloögclcgt und die Führer zeigten uns mehrere halb-verwitterte menschliche Gebeine. Nachdem ich einige Schau-münzen, die hier anSgcgrabcn wurden, gekauft, traten wir denRückweg nach Kairo an. Erschöpft von der Hitze des TagcSund dem anstrengenden Reiten waren wir froh, etwas von demgrünlichgelben aber klaren Rilwasser trinken zu können. DerNil hatte, wo wir überfuhren, eine Breite, wie hier der Rheinbei mittlerem Wasserstand. Es war 4 Uhr Nachmittags, alswir wieder in Kairo ankamen, besahen aber noch die Haupt-straßen, mehrere große englische und französische Hotels, diePromenaden re. Mehrere Straßen waren oben mit Mattenverdeckt, was eine angenehme Kühle verursachte. Tann besuchtenwir den Bazar mit seinen schönen, nach europäischer Art ein-gerichteten DcrkanfSlokalen. Biete Kaufleute sprechen hier deutsch.In einem Cafs waren wir mit dem Pater Dco Gratias, trankenMokka und aßen Brod und Butter nach deutscher Weise. Aufden breiten Straßen bewegten sich viele reiche und eleganteEguigagen mit arabischen Pferden, deren Geschirr verschwenderischmit Gold und Silber verziert war. Die Livrä der Kutscherund Bedienten war ebenfalls von kostbaren Stoffen. Vor jedemWagen lief ein Kawas, um Platz zu machen, denn hier imOrient besteht das Gesetz, daß weder Fahrende noch Reitendeeinen Muselmann, selbst wenn Letzterer mitten im Wege liegt,beschädigen dürfen. Wenn aber ein Kawas voranflänft, so magder Türke überfahren werden oder nicht, es kümmert sich dannNiemand um den Unglücklichen. Oft sah ich, daß der Türkenur eben so viel Platz machte, daß die Wagenräder an seinenBeinen vorbcirollen konnten. Hierdurch entsteht nun ein gewaltigesSchreien und Lärmen. In den Stadttheilen, wo die Europäerdas Ucbcrgewicht haben, ist es ziemlich reinlich, dagegen in denStadttheilen der Araber, Türken und Griechen ist es so schmutzig