und der Geruch so übel, daß es kaum auszuhalten ist. DerAraber liegt den ganzen Tag auf der Straße oder im Cafü,raucht sein Nargüeh oder Tschibük und trinkt Kaffee, währenddie Frauen alle Arbeiten verrichten müssen. Letztere sind alleverschleiert, nur die Augen sind zu sehen. Bei den bessergestellten Frauen sind über der Nase kleine goldene Spangenoder Geldstücke angebracht, der Hals mit dicken goldenen Kettenund die Ohren mit Ohrgehängen geschmückt. Die Reichen sindin Seide, die Armen in blauem oder schwarzem Rock mit einerFalge gekleidet. Die Männer tragen einen Turban, eine kurzeJacke und weite Hosen. Im Gürtel stecken ein paar Pistolenund ein Dolch. An der Seite hängt ein mit Gold und Silberverzierter Säbel. Den Nachmittag sah ich den Leichenzug einesschismatischcn Griechen, der vornehmen Klasse angehörend.Derselbe war sehr imposant; vorauf schritt ein Trauermarschallmit seinem Stäbe, dann folgten sehr viele Popen mit ihremBischöfe, alle in reiche, golddurchwirktc Gewänder gehüllt, schwarzumflorte brennende Fackeln tragend. Zwei Popen trugenfünffach brennende Kerzen, die in einem Bündel zusammen-gebunden waren. Die Popen sangen Trancrliedcr; hinter demBischöfe folgten die Träger mit der Leiche in einem schwarzund weiß verzierten Sarge. Den Zug schloß eine große MengeVolkes und mehrere Equipagen. An einer Straßenecke standder Leichenwagen bereit, der Sarg wurde hincingeschobcn, derBischof verrichtete noch einige Gebete und der Trauerzug löstesich auf. Während die Geistlichkeit auf der Straße ihre AmtS-kleidcr ablegte, steckte sie schon die Pfeifen in den Mund undAlles lief bunt durcheinander, während der Wagen in scharfemTrabe mit der Leiche allein nach dem Kirchhofe fuhr. Auch hattenwir hier Gelegenheit, das Lcichenbegängniß eines armen Arabers zusehen. Zuerst kamen ungefähr 200 Araber, Arm in Arm zu dreienhintereinander, nach einem Tact springend, tanzend und singend.Dann folgte die Leiche auf einer von vier gleichfalls springendenTrägern getragenen Bahre. Der Todte war nur mit einem durch-
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Blätter aus dem Tagebuch eines Pilgers nach Jerusalem im Jahre 1864
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35
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