Druckschrift 
Blätter aus dem Tagebuch eines Pilgers nach Jerusalem im Jahre 1864
Entstehung
Seite
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schauerlich war daS Anprallen und Schlagen der Wellen gegendas Schiff zu hören. In der höchsten Noth erinnncrtc ich michdaran, daß ich daö Anfangs erwähnte Wasser von dlvt.es vamsäs m Salstts für die Stunde der Gefahr mitgenommen, undwollte mit Freuden nach diesem letzten Hoffnnngsanker greifen.In der Aufregung hatte ich nicht daran gedacht. Aber daSgesegnete Wasser war in meiner Cabine unten im Schiffe.Wie nun dort hinzukommen? Der Gedanke, hier kann Gotthelfen, stählte meinen Muth. Ich ließ mich an der Treppehinunter und nach vieler Mühe gelang cS mir, die Thüre meinerEabinc zu erreichen. Doch nun stellte sich ein neues Hindernißentgegen. Durch das Hin- und Hcrwerfen des Schiffes hattesich die Thüre eingeklemmt und diese gab so leicht meinen Kräftennicht nach. Endlich, nach vielen vergeblichen Versuchen, sprangdie Thüre auf, ich nahm daS gesegnete Wasser und eS gelangmir, in einer halben Stunde, wo ich oftmals hin- und hcr-gcworfcn wurde, wieder den Pavillon und meine Leidensgefährtenzu erreichen. Es war zwischen 4 und 5 Uhr Morgens. Allehielten die Hand auf und riefen:Gib mir von dem Wasser!"Als nun der Erste sich mit dem Wasser segnete, machte dasSchiff eine Bewegung, daß wir Alle glaubten, der letzte Augen-blick sei gekommen. Es war ein Gefühl, als wenn das Schiffin sich zusammen gedreht würde. O Gott! sei meiner armenSeele gnädig! rief ich, und war der Letzte, der sich mit demWasser segnete. Doch, o Wunder! das Schiff fuhr denselben Wegzurück, den es gekommen und floh wie ein Pfeil durch diestürmenden Wogen. Wie wir später vom Kapitain erfuhren,hatten in demselben Augenblick, als wir uns segneten, zweiaußerordentlich große Wellen sich so getheilt, daß der Capitainden Augenblick für günstig erachtete, das Schiff zu^ drehen.Er suchte nun einen Schntzhafcn auf an der dalmatischen Küste.