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Blätter aus dem Tagebuch eines Pilgers nach Jerusalem im Jahre 1864
Entstehung
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und bat dcn Herrn Pastor Palm, welcher gleichzeitig unserPfarrer ist, mit uns die Stcrbcgebctc zu sprechen, was auch,so viel es die Umstände und das Schwanken des Schiffes er-laubten, geschah. O, mein Gott! mein Gott! Welche Angst!Welche Gedanken erfüllten da meine Seele im Angesichte desTodes! Mein ganzes Leben, von meiner Kindheit an bis zudieser Stunde, rollte sich wie ein Bild vor meiner Seele auf.Zeder Gedanke, jedes Wort, jede Handlung, und, was nochfurchtbarer war, auch die Folgen meiner Worte und Werkestanden da, standen zwischen mir und meinem Gott! Noch einenAugenblick und ich sollte Rechenschaft ablegen und meinLooS sollte mir zu Theil werden für ewig. Hier lernte ich,daß in der ernsten Stunde des TodcS keine Stellung in der Welt,kein Reichthum, kein Ansehen etwas nützen kann. Der Menschsteht allein da mit seinen Handlungen vor seinem Richter.Ich kam mir vor wie ein Bettler mit leeren Händen vor desReichen Thüre. Acht und vierzig Jahre habe ich gelebt, undwas habe ich für die Ewigkeit gethan? Mein Gott! Ewigverloren gehen? Gibt es denn kein Erbarmen? Verzweiflungwollte sich meiner bemächtigen und kalter Schweiß bedeckte meineStirn, denn ich glaubte schon, das Hohngclächter der Hölle zuhören. In diesem Augenblicke sprach eine Stimme in meinen:Innern:Hoffe auf Gottes erbarmende Liebe und Barmherzigkeit!"Auch die andern Herren der Karawane kamen nun, wir reichteneinander die Hand zum Abschiede von dieser Welt und gabenuns das Versprechen, daß, wenn Einer gerettet werden sollte,er unsern theuern Angehörigen die letzten Grüße überbringenmöchte. Wir saßen nun da und erwarteten gottergeben dcn Tod,denn an Helfen und Netten war nicht zu denken. Es wareine nicht zu beschreibende Situation. Der Sturm und dieWasserwegen wurden immer noch stärker. Das Schiff senztcganz jämmerlich in seinen Fugen und krachte immer fürchter-licher, und die nächste Welle drohte, es zu zertrümmern. DasWasser war so schwer und dick, wie flüssiges Metall, und