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Blätter aus dem Tagebuch eines Pilgers nach Jerusalem im Jahre 1864
Entstehung
Seite
22
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Wekada. Die Insel Korfn.

(>. März. Dcr Eapitain fand den Schntzhafen Morgensgegen l) Uhr bei dcr Insel Melada. Drei andere Schiffe hattensich bereits dorthin geflüchtet. Welch ein Sonntag Morgen!Wie groß war meine Frende, nnd wie innig mein Dankgcbctzn Maria nach einer zwölfstündigen Fahrt zwischen Fnrcht nndHoffnung! Maria hat mich nnd meine lieben Reisegefährtengerettet. Dank, ewiger Dank dir, o Maria, Dn Mccrcsstcrn!

Als die Anker geworfen, besahen wir uns das Schiff.Welche Zerstörung hatten die Elemente in so kurzer Zeit an-gerichtet! Die losgerissenen Theile des Schiffes, sowie Fracht-güter , Ncisceffcetcn re. lagen bnnt nnd kranS durcheinander.Einen traurigen Anblick boten die edlen Rosse nnd das Mast-vieh, welches sämmtlich für Alcpandrien bestimmt war, dar.Voller Wunden nnd abgemagert waren die Thiere, welchewährend des Sturmes hin und her geschleudert worden waren.Der Eapitain gab sogleich den Befehl, das Schiff wieder aus-zubessern. Dcr SchiffSarzt, Herr v,-. Womacka, gab sich alleerdenkliche Mühe, die Kranken zu verpflegen und mit Rath nndthat zur Seite zu stehen, was ich hier gern anerkennend erwähne.

Nach diesen höchst traurigen Vorgängen stieg bei einem dcrReisegefährten dcr Gedanke auf, daß wir uns hier auf dcr InselMelada möchten an's paud setzen lassen, um die Rückreisewieder anzutreten. Diesem gab jedoch dcr Capitain keine Folgeund zwar aus dem Grunde, weil er es für unmöglich hielt,von hier aus ohne Führer, ohne Ortskenntniß, ohne Reit- nochFahrgelegenheit wieder nach Deutschland zurückzukommen. DasSchiff wurde nach Kräften ausgebessert und das Meer immerruhiger, auch unsere Kranken erholten sich zu unsrer Freude.Gegen 5'/i Uhr Abends, als wir etwas Speise zn uns genommen,glaubte dcr Eapitain, weiter fahren zu können, versprach, wenndcr Sturm (dcr in dieser Jahreszeit hier häufig ist) wiederkehren