Dominikaner-Orden, Pater Lcntz rc., sowie auch nach dem Neu-bau des Klosters und der Kirche. Der Herr Cardinal gab nnseinige Bilder znm Andenken mit und ertheilte der Karawaneschließlich den Segen. Vom erzbischöflichcn Palais begaben wirnns znm Kloster der Capuzincr, wurden aber von dem Pfört-ner sehr nusreundlich abgewiesen, und zwar in einer Art undWeise, die mit seinem Kleide durchaus nicht in Einklang zubringen war. Durch einen hinzukommenden Klosterbruder ließich dem Pater Superior meine Karte bringen, wodurch es mirgelang, auf einige Minuten den Herrn zu sprechen. Er ent-schuldigte sich für den Bruder Pförtner damit, daß dcr Conventgleich zu Tische gehen müsse. Im Prämonstratenscrkloster wargerade Mittag und wir besahen uns nur die Kirche mit ihrenschönen Bildern. Am Grabe dcö hl. Johannes von Ncpomnk,wohin wir nun unsere Schritte lenkten, verrichteten wir unsereAndacht und flehten zu diesem großen Heiligen, er möge nnsdoch anf unserer Pilgerreise als ein mächtiger Schutzpatron, be-sonders in WasscrSnoth und Gefahr, schützend nnd helfend zurSeite stehen. DaS Grab des Heiligen ist mit Gold und Sil-ber schön geschmückt.
Ich kann nicht umhin, hier eine schöne That dankend nie-derzuschreiben.
Bei Besichtigung der Merkwürdigkeiten in Prag kam einMann zn uns nnd bot uns seine Dienste an, welche wir auchannahmen. Nachdem wir ihn entlassen und belohnen wollten,sagte derselbe: „Ich bin der Oberlehrer Wcißenbach nnd warIhnen recht gern gefällig; wenn sie von Jerusalem zurückkom-men, erbitte ich mir ein kleines Andenken aus der hl. Stadtund zugleich ein Gebet für mich in Jerusalem." Den Nach-mittag besahen wir das Jndenviertcl nnd die älteste Synagogeder Welt, wie der uns begleitende Nabln sagte, wobei er anfeine auf Pergament geschriebene alte Gcsetzesrollc zeigte. DerBau der Synagoge deutet auch schon auf ein langes Be-stehen hin, und man muß von der Straße aus viele Stufen