Als der Zug das österreichische Gebiet erreichte, stimmtedie Reisegesellschaft, welche in einem Coups zusammen saß, dasMagnifieat an, weil von Oesterreichern die Pilgerreise geleitetund die Karawane unter österreichischen Schutz gestellt war.Welche Gedanken meine Seele erfüllten, vermag ich nicht zu be-schreiben; nur das sei erwähnt, daß ich bei diesem ersten Gottes-dienste für meine Vaterstadt und alle Diejenigen gebetet, die sichmeinem schwachen und unwürdigen Gebet empfohlen. MögeMaria, die Himmelskönigin, diese frommen Wünsche und Ge-bete vor den Thron deS Allerhöchsten bringen und durch ihreFürbitte gnädige Erhörung uns erlangen. Den 25. Februarkamen wir Abends in Prag an.
Den 26. Februar besuchten wir Morgens den hochw. Pro-vineial der Dominikaner, Herrn Pater Theophilus Joseph Ma-tejka, wo wir in dessen Kloster auf daS Freundlichste aufgenom-men wurden. Ich überreichte das Empfehlungsschreiben, welchesmir der hochw. Pater Herr Prior Lentz aus Düsseldorf mit-gegeben hatte. Einige geistliche Herren der Karawane hatten inder Klosterkirche und die andern in der Domkirche die hl. Messegelesen. Beim Herrn Pater Provineial nahmen wir den Kaffee.Bei dem ebenso herzlichen als rührenden Abschied gab der hochw.Herr nur Aufträge an den hochw. Herrn Cardinal Guido undPater Helling in Rom, sowie an Pater Lentz in Düsseldorf.Nun besahen wir noch die Kirchen und Monumente, namentlichdie schöne Johannisbrückc mit den herrlichen Standbildern, undauch die Stelle auf der Brücke, wo der hl. Johannes von Ne-pomnk, weil er das Beichtsicgel nicht verletzen wollte, in dieMoldau geworfen wurde und so den Martyrtod erlitten hat.
Ferner sahen wir die schöne Kettenbrücke über die Moldau.Um 11'/.. Uhr machten wir dem hochw. Herrn Cardinal Fürst-Erzbischof von Schwarzenberg unsere Aufwartung. Wir wur-den recht freundlich empfangen, der hohe Herr war sehr herab-lassend und unterhielt sich lange mit uns. Hochderselbc erkun-digte sich besonders nach dem in Düsseldorf sich niedergelassenen
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