Druckschrift 
2 (1844)
Entstehung
Seite
239
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der höchst glücklich oder höchst unglücklich zu machen, ist poeti-sche Faselei junger Leute, bei denen der Kopf noch im Wachse»begriffen ist, die im Rath der Mensche» über Wahrheit nochkeine Stimme haben, und meistens so beschaffen sind, daß siekeine bekommen können. Ich erkläre hier noch einmal, ob essich gleich wohl von selbst versteht, daß ich den Zeugungstriebnicht meine; der, glaube ich, kann unwiderstehlich werden, alleinsicherlich hat ihn die Natur uns nicht eingeprägt, uns höchst un-glücklich oder höchst glücklich zu machen. Das Erste zu glaubenmacht Gott zu einem Tyrannen, und das Letztere den Mensche»zum Vieh. Und doch rührt die ganze Verwirrung in diesemStreit aus nicht genügsamer Unterscheidung eben dieses Trie-bes, der sich unter sehr verschiedener Gestalt zeigt, und derschwärmenden Liebe her. Man vertheidigt Liebe und verwirftLiebe, und eine Partei versteht dieses und die andere etwasAnderes. So weit diesen Morgen.

Donnerstag. 9 Uhr.

Die guten Mädchen haben die Ausdrücke Himmel aufder Welt, Seligkeit, womit manche Dichter die glücklichsteLiebe belegten, als ewige unwandelbare Wahrheit angesehen,und mädchenmäßige Jünglinge haben es ihnen nachgeglaubt, daes doch nur weichliches Geschwätz junger Schwärmer ist, dieweder wußten, was Himmel, noch was Welt war. Die Be-nennungen sind nur in so fern wahr, in so fern es wahr ist, daßMädchen Göttinnen sind. Die Griechen, nicht allein das wei-