Druckschrift 
2 (1844)
Entstehung
Seite
58
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holte.« Kann man sich eine maliciösere, Liscovischere Artsich zu erklären aussinnen? Ich glaube, einem steinernen Apo-stel müßte die Geduld ablaufen. Ihr Haubenstöcke, wer sagteuch denn, daß ihr unsere Odensänger mit dem Horaz verglei-chen sollt? Was? Horaz lebte an einem der ersten Höfe derWelt, und in einer Stadt, die das Herz des menschlichen Ge-schlechts genannt werden könnte, da konnten die Gassenbubendas Ouicguiä azunt Iiominos auf jedem Kirchhof oder hinterjeder Mauer sehen, wenn sie nur die Augen aufthun wollten.Da war es freilich eine gewaltige Kunst, den Menschen zu ken-nen. Wahrheiten, bei deren Erforschung wir jetzt alle unserePhysiognomik aufbieten, und bei deren Bewunderung uns dieAugen über- und die Nasenlöcher aufgehen wißt ihr, was diein Rom waren? Kaffeediscourse, nichts weiter; Dinge, über diejeder Betrüger noch fünfzig Staffeln hinausgehen mußte, wenner seine Künste spielen wollte. Ich hätte fast Lust, die feinenHerren, die unsere Almanachssänger mit dem Horaz messen kön-nen, und gewiß mit mehrerm Recht, mit gewissen Originalköp-fen zu vergleichen, die in Celle in einem gewissen Hause einge-schlossen sitzen. Einfältige Streiche! Unsere Odendichter sind mei-stens junge, unschuldige Tröpfe, die in kleinen Städten lebenund singen, wo alle Einwohner einerlei hoffen, einerlei fürchten,einerlei hören und einerlei denken; wo zwanzig Köpfe in einerGesellschaft immer für Einen gelten; Leute, die aus Dichter-lesen Dichter werden, so wie man aus Büchern schwimmen,oder aus Rugenda's Bataillen die Kriegskunst lernt; unerfahrne