Druckschrift 
2 (1844)
Entstehung
Seite
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terscheidct (auch der größte Theil unserer dramatischen Schrift-steller gehört mit dahin), daß man, um ihren Werth und dieSchwierigkeit, so zu schreiben, ganz zu fühlen, Lcctüre habenmuß. Sie sollten aber ihre Charaktere so entwerfen, daß manglaubte, mau fände sich unter Lebendigen, und ginge mit ihnenum, und lebte mit ihnen. Es scheint, als wenn der Fleiß auchsogar den Dichter bei den Deutschen machte und machen müßte.Es ist, glaube ich, eine gute Eriuneruug für unsere Landslcute,wenn sie auf Eminenz Anspruch machen wollen, sich Fächer zuwählen, wo bloß Fleiß und Urtheilskraft den Werth des Werksausmachen, und lieber da wegzubleiben, wo ein Senfkornvon Genie die vierzigjährige Arbeit des studirten Nachahmersverdunkeln kaun. Das Fliegen muß man den Vögeln über-lassen.

Die Verse, die in Deutschland bei gewissen Gelegenheitengemacht werden, theilen sich in zwei Classen, das Carme»und das Gedicht. Das Carmen besteht aus größtcntheils be-druckten Seiten in Folio, wovon eine dem Titel, die anderndem Inhalt gewidmet sind. Der Inhalt besteht aus gereimtenZeilen, und der Titel ist die Hauptsache. Wenn die Zeilen ge-reimt sind, so ist das Übrige von geringer Bedeutung. Manhat bei Verfertigung eines Carmens nur die Regel zu beobach-ten, die Wolf den Kalendermachern beim Wetter gibt: manmuß im Winter keine Donnerwetter, und im Sommer keinenSchnee prophezcihen. Bei dem Gedicht ist der Titel nicht