Druckschrift 
2 (1844)
Entstehung
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für sich bestehend einsieht, und nicht bedenkt, daß sie in einemgewissen Verhältniß mit der menschlichen Natur stehen, das ernicht kennt, also nicht weiß, wo der Punkt ist, unter welchemkeine Schönheit, und über welchem keine Simplicität mehr statt-findet.

Nicht Jedermann ist es gegeben, so zu schreiben, wie es demMenschen in abstracto zu allen Zeiten und in allen Weltalter»gefallen muß. In einer Verfassung der Welt, wie die jetzige,gehört viel Kraft dazu, um immer im Wesentlichen zu wachsen,und sehr viel Ballast, um nicht, wenn Alles schwankt, auch mitzu schwanken. Auf diese Art natürlich zu schreiben, erfordertunstreitig die meiste Kunst, jetzo da wir meistens künstliche Men-schen sind. Wir müssen, so zu reden, das Costume des natür-lichen Menschen erst studiren, wenn wir natürlich schreiben wol-len. Philosophie, Beobachtung seiner selbst, und zwar genauereNatnrlehre des Herzens und der Seele überhaupt, allein, undi» allen ihren Verbindungen, diese muß derjenige studiren, derfür alle Zeiten schreiben will. Das ist der feste Punkt, wo sichgewiß die Menschen einmal wieder begegnen, es geschehe auchwenn es wolle. Ist ein solcher Geschmack der herrschende, so istder Werth des menschlichen Geschlechts, mit den Mathematikernzu reden, ein Größtes, und kein Gott kann es höher bringen.Wer nur für etliche Jahre, nur für eine Messe, oder nur für eineWoche schreibt, kommt mit Wenigerm aus. Er darf nur neuereSchriftsteller lese», die Gesellschaften seiner Zeit besuchen, so