Druckschrift 
2 (1844)
Entstehung
Seite
17
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schieden, und in so fern hatte der bourgeois gentilliommo imMolicre recht, wenn er sich wunderte, daß er beständig Prosegesprochen. Man wird bei allen Menschen von Geist eineNeigung finden, sich kurz auszudrücken, geschwind zu sagen,was gesagt werden soll. Die Sprachen geben daher keine schwa-chen Kennzeichen von dem Geist einer Nation ab. Wie schwerist es nicht einem Deutschen, den Tacitus zu übersetzen! DieEngländer sind schon conciscr, als wir; ich meine ihre gutenSchriftsteller. Sie haben einen großen Borzug darin vor uns,daß sie besondere Wörter für die Species haben, wo wir oftdas gonus mit einer Limitation gebrauchen, welches Weitläuf-tigkeit macht. Es könnte nicht schaden, wenn man in jederPeriode die Worte zählte, und sie jedesmal mit den wenigstenauszudrücken suchte.

Um witzig zu schreiben, muß man sich mit den eigentlichenKunstausdrücken aller Stände gut bekannt machen. Ein Haupt-werk in jedem, nur flüchtig gelesen, ist hinlänglich; denn wasernsthaft seicht ist, kann witzig tief sein.

Ein Unterschied zwischen unsern Dichtern und denjenigenalten, die ich kenne, und einigen Engländern, der einem gleichin die Augen fällt, ist der, daß diese selbst in ihren Oden Dingegesagt haben, die nachher die Philosophen brauchen können; da-gegen selbst diejenigen unter uns, die großes Aussehen unterder Jugend und einigen bejahrten Vornehmen gemacht haben,

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