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nichts zu Stande bringen, das weiter zu gebrauchen wäre. DieSprache der alten Dichter ist die Sprache der Natur, schon ineine menschliche übersetzt; unsere neuern sprechen die Spracheder Dichter unabhängig von Empfindung, das heißt, eine ver-rückte; was sie sagen, hat scheinbaren Zusammenhang, und istoft zufälliger Weise richtig. Die Ursache ist, sie bilden sich nichtdurch Beobachtung, sondern durch Lesen, und man kann janicht verstehen, wovon man keinen Begriff hat. Sie glauben,die gerühmten Alten wären das, wofür sie sie ansehen, undahmen sie als solche nach. Horaz hat gewiß nicht für Leute ge-schrieben, die von einer Stadtschule auf Universitäten gehen;nicht einmal für die Lehrer solcher Leute; er konnte nicht fürsie schreiben, nachdem er an dem ersten Hofe der Welt gelebthatte. Jedermann schreibt am leichtesten für die Classe vonMenschen, unter die er gehört, wobei ich nicht die meine, unterdie er in der Welt laut gerechnet wird. Wenn wir das hätten,was Horaz als Primaner geschrieben hat, das möchte vielleichteinem Primaner ganz verständlich sein, wenigstens einem römi-schen. Ich sage nicht, daß ein Dichter lauter Schönheiten habensoll, die nur dem Weltkenner verständlich sind. Nein, sie sollenauch hierin der Natur folgen, die für das bewaffnete und un-bcwaffnete Auge, ja selbst für den Blinden ihre Schönheiten hat.
Viele, die dieses lesen, werden sich oft heimlich gesagt ha-ben, daß ihnen die Alten nicht so schmecken, als manche Neuere.Ich muß bekennen, es ist mir selbst so gegangen; ich habe manchebewundert, ehe sie mir gefallen haben; hingegen haben mir auch