325
? In dem k. k. Naturalien-Cabinette zu Wien befindet sichein Stück von ästigem Gediegeneisen mit Olivin, etliche Zolllang und dick, welches dem Pallas'schen Eisen sehr ähnlich ist.Es ist aus der ehemahligen Sammlung des Theresianum zu Wien,und nach einer beygeschriebenen Notiz soll es aus Norme-g e n seyn. Zu meiner Erwähnung desselben in Gilbert's A n-nalen der Physik, B.5 o, S.25 y, hat ProfessorGil-bert in einer Note einige seiner Vermuthung nach dasselbeStück betreffende Nachrichten hinzugefügt, welche der (durchmehrere Schriften um die Baukunst wohlverdiente) DoctorStieglitz, Rathsherr in Leipzig, ihm mündlich mitgerheitLhat. Er halt für wahrscheinlich, daß diese Masse zu der Mi-neralien-Sammlung seines Vaters, des Rathsherrn und Bey-sitzers des Oberhofgerichts, Dr. Christian Ludwig Stieglitz,gehört hat, welche nach dessen Tode nach Wien gekommen ist.Einige merkwürdige Stücke dieser Sammlung sind beschriebenund abgebildet in einem 176«) zu Leipzig Key Breitkopf gedrucktenWerke: Lpioilegium Huoruncksm rerum snlrtervanesrurnoolloclsrum, wovon nur etwa zehn von M 0 rin 0 gutausgemahlte Pracht-Exemplare (deren eines ich bey Hrn. DoctorStieglitz gesehen habe) vorhanden sind, wie ich denn aucheines mit schwarzen Kupfern besitze. Auf der zehnten Tafel isteine Stufe dargestellt, die Olivinhaltiges Eisen zu seyn scheint,und bey welcher gesagt wird: »Zackig gediegen Ersen, in ei-x ner grünlichen, Glas- oder Eisengranatähnlichen Steinart, aus»Norwegen.« Auf welche Weise der Besitzer dazu gekommensey, läßt sich nicht ausmitteln. Da die sibirische Masse schon»74«) entdeckt worden ist, und schon, ehe Pallas sieim Jahre1772 sah, Bewunderung erregt hatte, so wäre es wohl möglich,daß schon vor der Pallas'schen Reise etwas davon durch einenReisenden könnte über Norwegen nach Wien gekommen seyn.In der Sammlung des ehemahligen sächsischen Ober-Berg-Hauptmanns, Papst von Ohain, in Freiberg, befand sich auchein Stück von zackigem Gediegeneisen, mit Olivin, angeblich,so viel ich mich erinnere, aus Schweden oder Norwegen. Essoll nach Lissabon an die königliche Naturalien-Sammlung ge-kommen seyn, und jetzt zu Rio Janeiro in einem Winkel mitStaub überdeckt liegen.