Druckschrift 
Ueber Feuer-Meteore, und über die mit denselben herabgefallenen Massen
Entstehung
Seite
41
Einzelbild herunterladen
 

. 41

Die Meteor - Massen sind gewöhnlich sehr heiß, meistensglühend, und einige Mahle auch durch Hitze erweicht, herab ge-kommen, wie man aus mehreren in der v i erten A b th e i-! ung angeführten Beyspielen ersehen kann. So ist z. B. amsb. May 176» das Eisen in Gestalt feuriger in einander ver-wickelter Ketten, und also in geschmolzenem Zustande niederge-sallen, wie man denn auch an der Gestalt der Masse diesesganz deutlich sieht, eben so wie auch an der Kapischen und ander Ellbogner Eisenmaffe. So fand man auch am st. Januar1796 den gefallenen Stein in einem geschmolzenen oder durchdie Hitze erweichten Zustande; bey denen am st. Julius i 8 c >3 wareS aus Eindrücken auf der Oberfläche zu schließen, so wie auchbey den im Junius 180Z zu Constantinopel gefallenen aus ihrerAbplattung, und an einem der am ig. Aprill ,6c>8 gefallenenSteine sieht man ganz offenbar, daß er weich gewesen sey, weilein Kiesel davon zum Theil umgeben worden ist, wie denn auchbey vielen Steinfällen alles umher ist verbrannt und versengtworden. Indessen folgt gar nicht daraus, daß dieses bey allenMeteor-Steinen in gleichem Grade Statt gefunden habe; cskönnen vielmehr manche Massen auch weniger erhitzt wordenseyn. Wenn aber gesagt worden ist, daß einer der bey Lissaam 3 . September 1808 gefallenen Steine sey kalt gefundenworden, liegt der Grund darin, weil man ihn, wie aus derNachricht selbst erhellet, nicht sogleich , sondern spater aufgeho-ben hat, wo er sich schon abgekühlt haben mochte. Gewöhnlichverbreiten die niedergefallenen .Massen anfangs einen starkenSchwefelgeruch, der sich aber nach und nach verliert. Es scheintübrigens nicht, daß die Meteor-Steine in einem eigentlichenZustande der Schmelzung gewesen sind, sondern nur, so wiemanche nicht schlackenartige vulkanische Products, in einemZustande der Erweichung. Schwefel mag wohl der Hauptbs-standtheil seyn, welcher schmilzt, und zur Erweichung und zurZähigkeit des Ganzen daS meiste beyträgt, aber größten Theilsdurch Brennen verflüchtigt wird.

Die größte Tiefe, bis zu welcher Meteor-Massen in dieErde eingeschlagen haben, war, so viel man weiß, die von 3Klaftern, zu welcher die bey Agram den 2b. May 1761 gefal-lene, und im k. k. Naturalien-Cabinette zu Wien aufbcwahrts