Druckschrift 
6 (1845)
Entstehung
Seite
459
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als der andern Seite überdacht und mit ihren Folgen verglichenwerden müssen, so hat man gewöhnlich geglaubt, daß nur Per-sonen von durchdringendem Geist große Schachspieler sein könn-ten. Allein dieses ist sehr falsch. Man sieht täglich sehr mittel-mäßige Köpfe, die vortreffliche Schachspieler sind, und wiederumPersonen von durchdringendem Verstand, die es nie in diesemSpiel über die Mittelmäßigkeit bringen können. Hr. Iaucourt,der den Artikel: Schachspiel für die Encyclopädie ausgearbei-tet hat, spricht sogar von einigen Blödsinnigen (imbecillesl, diegroße Schachspieler gewesen sind. Dem Herausgeber selbst istein Fall bekannt, da es viele Mühe und Zeit kostete, einem star-ken Schachspieler den Gebrauch der Nepperschen Stäbchenbeizubringen.

Nach der Meinung einiger berühmten Neueren ist es mitdem Schwanengesang und mit dem Einhorn nichts so Fabelhaf-tes, als man wohl sonst glaubte.

(Götting. Taschenkalender 1788. S. 181 ff.)

Der Name der bekannten, fürchterlichen Krankheit, desMiserere, rührt wohl von einem Mißverstand her.welches die griechische Benennung für dieselbe ist, und bloß dieIdee von Verwickelung (der Eingeweide) und nichts weiterausdrückt, ist vermuthlich einmal von jemanden mit wel-

ches Erbarmen heißt, verwechselt worden. Ich führe dieses nichtan, um damit jenem Übel das Mindeste von seinem Erbarmungs-würdigen nehmen zu wollen, das sich ihm nicht nehmen läßt,sondern nur außer dieser Berichtigung des Sprachgebrauchs, an-zuzeigen, daß wenn das Erbarmungswürdige einmal denNamen einer Krankheit bestimmen soll, leider! in diesem Jam-merthal die Wahl sehr schwer werden möchte. Der Jammerheißt auch schon die fallende Sucht an mehreren Orten, und,wie mich dünkt, mit beträchtlichem Übergewicht über das Mi-serere, das zwar mit fürchterlichen, aber doch immer nur kur-zen Leiden verbunden ist.