454
Einige gemeine Irrthümer.
(Götting. Taschenkalender 1779. S. 72 ff.)
Ich weiß keinen schicklicheren Artikel für einen Kalender,als diesen. So lange es Menschen gibt, wird es an Bereiche-rung und Fortsetzung desselben so wenig fehlen, als an Finster-nissen, so lange unser Sonnensystem dauert. Freilich wird viel-leicht dieser Artikel künftig in seinem eignen Eingeweide wühlen,wenn uns dieser Ausdruck verstattet ist, und was er jetzt alsIrrthum aufstellt, künftig als Wahrheit zurücknehmen. Der be-rühmte Dr. Brown') hat ein ganzes Buch davon geschrieben,allein die Irrthümer, die er rügt, sind durch das Licht des ge-genwärtigen Tages meistens zerstreut, und er selbst vielleicht hatsie vertreiben helfen.
Eine genaue Bestimmung des Begriffs von einem populai-ren Irrthum mochte wohl schwer sein, und wäre hier auch übelangebracht. Wir verstehen hierunter solche, die in der gutenGesellschaft, oft unter sonst vernünftigen Leuten häufig imSchwange gehen, und was selbst Gelehrte, die nicht gerade vondem Fach sind, sicher zu wissen glauben, aber falsch wissen. Zukeinem Artikel wünschten wir aufrichtiger Beiträge der Gelehrten,als zu diesem, sie sollen allemal, wenn sie gut find, mit Erkennt-lichkeit in jedem Verstand, von uns aufgenommen werden. Wirwerden unsere Belehrung oft als Zweifel vortragen; gegründeteZweifel über eine Sache, worüber man positiv zu sein könnenglaubte, ist allemal Belehrung und kein geringer Schritt zurWahrheit.
') Thomas Brown, geb. zu London 1605, gest. alsArzt zu Leiden, 1682. Schrieb: I'ssuüoüoxis epickemics seuox-unsn errorum popularium. Deutsch durch Ehrn. Peganium,in deutsch Reutner genannt. Frkst. und Leipzig 1680. Auchholländisch und französisch.
s«
ji-,
-,jr.
7'
Aal
ß
M
S,
»ilii
tz«
Ml
!«Sl
Wr
ites
ikk
»S
W
M
äiM
D
>!»
:»«l
All,
»»»!