Von der Schwere. „
i:>ü
Richtungslinie derselben verlängert gegen den Mittel-punct der Erde gehen. Da aber die Erde keine voll-kommene Kugel, sondern ein Sphäroid ist, so gehenzwar nicht alle Richtungen der Schwere durch denMittelpunct (sondern an jedem Orte in der Richtungder Normallinie oder des Halbmessers der Krüm-mung) können indefs ohne sonderlichen Fehler inder Praxis so angesehen werden, als wenn die Erdekugelrund wäre. Eben so kann man auch (wegender grossen Entfernung der Oberfläche von dem Mit-telpuncte der Erde) die Richtungslinien der Schwerebenachbarter Körper als parallel' laufend betrachten,ohnerachtet sie stets mehr oder weniger convergi-rend sind.
2) Nuuton drückte zuerst das Gesetz der Schwerein seiner gröfsten Allgemeinheit dadurch aus, dafs erjenes Bestreben irdischer Körper nicht blofs als gegenden Erdmittelpunct wirkend, sondern als in allemKörperlichengegenseitig stattfindend nachwiefs. "AlleKörper sind gegen einander schwer, d. h.ziehen sich wechselseitig an; Vergl. J. Neutons prin-cipia philosophiae naturalis. Amstelod. 1714. 4.L. III. Prop. IV. seqq. pag. 313. Die Annahme vonImponderabilien ist stets hypothetisch; vergl. §. 24.N. 2. und §. 26. N. 4.
3) Die Schwere mufs mit einer gewissen Stärke indenen ihr Folge leistenden Wesen ausgedrückt wer-den ; Erfahrung lehrte uns bisher, dafs diese Stärkezwar (aus später zu erläuternden Gründen) an ver-schiedenen Orten der Erde verschieden ist, abernicht in Körpern von verschiedener Dichtigkeitund von verschiedener Qualität; jedoch müssen überdas Verhältnifs der lezteren vorzüglich, noch genaue