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1 (1810)
Entstehung
Seite
98
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Einleitung. III. Abschnitt.

erlangenden Orte in Beziehung setzt, und beide Orteunterscheidet; es kann also bei Bewegungen einesKörpers nur von seinem relativen Orte die Redeseyn, ja es ist überhaupt auch ohne die Bewe-gung zu Hülfe zu nehmen der Fall, indem Feinedeutlichen Vorstellungen über den Ort eines Körperserhalten werden können, ohne zugleich auf einen an-deren Ort Rücksicht zu nehmen, oder ohne seineLage zu bestimmen.

a) Beharrt ein Körper in seinem Orte, so gestehenwir ihm das die Bewegung verneinende, die Ruhe(Quies) zu. Auch über diese können wir uns nurdurch Vergleichung mit einem anderen Orte, in dender Körper nicht übergeht, deutliche Vorstellungenmachen, mithin ist [auch die Ruhe nur relativ.Absolute Ruhe würde gleich absoluter Vernichtungdes Körpers seyn, denn jeder Körper besteht vermögegewisser mehr oder minder bleibend gewordener Thä-tigkeiten (dieselben welche zu seinem Entstehen er-forderlich waren), welche weggedacht oder aufgeho-ben zur absoluten Ruhe, d. i. zur Vernichtung des-selben führen würden.

g) Jeder Körper der seine Lage gegen andere Kör-per ändert, scheint in Bewegung zu seyn; er ist esaber nur insofern wirklich (Motus verus), als wieer sein Verhältnifs zu einem gegebenen Raume,seine Stelle ändert, welches bei Veränderung derLage nicht immer Statt findet, und in diesem Falle(wo die Umgebungen des Körpers ihre Stelle undmithin ihre Lage gegen ihn ändern) nennen wirdie Bewegung des Körpers eine scheinbare (Motusapparens); so wie wir auch bei der Ruhe, schein-bare und wirkliche Ruhe unterscheiden.