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1 (1810)
Entstehung
Seite
29
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Allgem. Verhaltnifs des forschenden Menschen. 29

Erkenntnifs in jeder eigenthümliclien Erscheinung er-fordert wird (vergl. §. 2. B. 2. am Schlüsse). Alleauf blosse Thatsachen sich stützenden sog. Erklä-rungen der Natur sind daher zu allen Zeiten mehroder weniger missglückt; und zwar, indem die Er-klärenden entweder als Ursache der Erschei-nungen, das was erklärt werden sollte zumErklärungsgrunde wählten, oder indem sieeine ihnen blofs eigenthümliche (subjective) Ansicht,eine blosse Hypothese als lezten Erkenntnifsgrund derNatur vorausselztcn 1 , und somit-aus dem, was durchsich selbst bedingt ist, das Unbedingte, das WahreWesen der Natur zu erkennen vermeinten (vergl. §.2. B. 1. u. §. 5 B. 4.).

3) Der Mensch schreitet in seinen Forschungen mitder Zeit fort, umfafst nach und nach das Einzelne;aber die unendliche Mannigfaltigkeit dieses Einzelnenläfst ein vollkommenes Umfassen, eine Totaleinsicht,nicht zu. Daher ist jede Theorie nur für eine Zeitbrauchbar, und jede neuere Entdeckung, auch selbst,wenn sie nur zu bestätigen scheint, was die Theorieaussagt, dient zur Verbesserung derselben. Eine nie-derschlagende Bemerkung, aus der Geschichte derWissenschaft entnommen, aber nur für den Unge-weiheten; für den ächten Forscher eine um so grös-sere Aufmunterung, das grosse Ziel mit Muth undAusdauer zu verfolgen.