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den dem Gebirge näher gelegenen Theilen der NiederungWestphalens erbohrt werden können. Diess dürfte na-mentlich für die sogenannte Senne , eine am westlichenFusse des Teutoburger TValdes in einer Erstreckung vonmehreren Meilen sich hinziehende Sandebene, von Wich-tigkeit seyn, deren Bewohner fast beständig an kalten undfaulen Fiebern leiden — höchst wahrscheinlich eine Folgedes dasigen schlechten Trinkwassers, indem die Brunnnenblos das mit Pflanzenresten und bituminösen Substanzeniinprägnirte Seihewasser der oberen Schichten aufnehmen,während gewiss in der Tiefe das Kreidegebirge das reinsteund beste Wasser einschliesst.
Ich habe in Westphalen blos die artesischen Brunnenin Münster etwas näher kennen gelernt. Toner * **) ) berich-tet schon, dass man in und um Münster die Bohrlöcher nurdurch die obere Erdschicht in ein darunter befindliches Mer-gelfiötz treibt, dass man aber nicht immer brauchbares Was-ser erhält. Man scheint daher das tiefer liegende Kreide-gebirge noch nicht erreicht zu haben, obgleich mir einwohl unterrichteter Brunnenmeister in Münster, ClemMeilers, versicherte, dass ein blaues und wasserdichtesMergelüötz mit grauem Mergel und sehr zerklüftetem Kalk-stein wechseln. Ich zweifle indess um so mehr, dass die-ser Kalkstein zum Kreidegebirge gehöre, da der tiefste un-ter den dortigen artesischen Brunnen kaumlOOFuss erreicht,die Temperatur derselben nur sehr wenig die mittlere Lult-wärme von Münster zu übersteigen scheint, das Wasserder meisten nach Schwefelwasserstoff riecht * # ), während
*) Vollständiger Unterricht Uber die Anlage der Bohr- oderder artesischen Brunnen. Münster 1831. 2te Auf!.
**) Ohne Zweifel bildet sich dieser Schwefelwasserstoff durchZersetzung des Gypses durch organische Substanzen in deniMergelflötz. (Vgl. meinen Aufsatz in dies. Zeitsehr. Bd.LXVI,S. 251.) Biese Zersetzung wird gewiss sehr befördert durchdie längere Berührung des Wassers mit den organischen Ue-berresten, da es nur ablliesst, wenn gepumpt wird. Wahr-scheinlich würde dieser Schwefelwassersloffgehaltverschwin-den, wenn durch Tieferlegen des Abflusses die dortigenBrunnen eigentliche Springquellen würden.