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Seitdem die in den letzten Jahren an verschiedenenOrten Deutschlands u. s. w. erbohrten artesischen Brunnendurchaus eine die mittlere Luftwärme des Orts übersteigen-de Temperatur gezeigt haben, und damit meines Erachtensdie Temperatur-Zunahme nach dem Innern der Erde aufeine genügendere Weise, als durch alle Beobachtungen inBergwerken, dargethan worden ist: so hängt natürlich dieTemperatur einer Quelle, sey sie eine süsse oder eine Mi-neralquelle , erstens von der mitllern Luftwärme des Ortsund zweitens von der Tiefe, bis zu welcher das Meteor-wasser gelangt, ab. Nur in dem Fall also, in welchemdiese Wasser nicht bis zu der Teufe gelangen, wo die Tem-peratur-Zunahme schon merklich wird, kann aus der Tem-peratur der Quellen die mittlere Luftwärme, mit Berück-sichtigung der Bemerkungen der Herren von Humboldt,von Buch und Wahlenberg*), bestimmt werden. Da manaber diess von keiner Quelle wissen kann, und nach denbisherigen Beobachtungen die Temperatur in einer Tiefevon 80 Fuss schon um 1° R zunimmt**): so bleibt es beijeder Quelle unbestimmt, ob sie die mittlere Luftwärmeoder die höhere Temperatur aus grösseren Tiefen angiebt;obgleich wohl in den meisten Fällen, in nicht sehr zerklüf-teten Gebirgen jener Fall der gewöhnlichere seyn mag.
Da von denjenigen Quellen, die in ihrer Temperatursehr veränderlich sind, am wenigsten ein tiefer Ursprungzu vermuthen ist, und gleichwohl, wie mehrere Beobach-tungen IFahlenberg's ***) zeigen, ihr jährliches Mittel we-nig von dem Mittel der Luft-Temperatur abweicht: somöchten gerade diese Quellen vorzugsweise zur Bestim-mung der miltlern Luftwärme sich eignen. Wenigstensdürfte man da, wo in geringer Entfernung von einanderQuellen von constant höherer und von veränderlicher nie-
*) An den angeführten Orten und in Gilberi’s Arm. Bd. XLI.
S. 113 u. fg.; Poggendorß’s Ann. Bd. XII. S. 403. u. S. 410.
**) S. unter anderen Magnus in Poggendor/Ps Ann. Bd. XXII.S. 149.
***) Gilbert's Ann. Bd. XLI. S. 130 u. fg.