Die Temperatur der Becke, da, wo ich sie theil-weis in die Spalte des Kreidegebirges leitete, war 7°Rbei 3° Luftwärme, die Quellen des Jordan's und der Lippebatten 7°,4 und 7°,2; sofern nun die letzteren zum Theilaus der Becke entstehen sollten, wäre aus dieser nur gerin-gen Temperatur-Zunahme auf einen nicht sehr tiefen unter-irdischen Lauf in den Kreidegebirge zu scbliessen.
Solche Spalten, wie die oben bezeichneten, findensich in dem Bachbette der Becke, zwischen Alienbeckenund dem unterhalb gelegenen, 1 Stunde entfernten Neuen-becken, mehrere; denn bis zur Mühle, oberhalb des ebengenannten Dorfes, vermindert sich die Wassermasse schonum §■, und es würde davon noch mehr versiegen, wennder Müller nicht von Zeit zu Zeit die Spalten in dem Bach-betle mit Steinen bedeckte. Einige hundert Schritte unter-halb Neuenbecken versiegt der Bach gänzlich ; denn ich fanddas Bachbetle ganz trocken, obgleich es eben mehrereStunden lang stark geregnet halle. Nur zurZeit des aufge-henden Schnee’s und heftiger Regengüsse fliegst noch etwasWasser oberirdisch ab.
Lippspvinge ist der erste Ort gegen Nordwest, amwestlichen Abhänge des Teutoburger Waldes , wo bedeu-tende Wassermassen aus denKreidegebirge zum Vorscheinkommen. Von Sehlangen, einem Lippe 1 sehen Dorfe, kommtein Bach herab, der wohl unter ähnlichen Verhältnissen,wie alle nachgenannten Quellen, entspringen mag. Ganznahe bei Lippspringe nimmt dieser Bach den Jordan auf,welcher aus drei, sehr nah an einander gelegenen, Klüftendes anstehenden Kreidegebirges, welche wahrscheinlichtiefer hinein in eine Spalte sich vereinigen, entspringt unddadurch einen sehr bedeutenden Wasserzufluss erlangt.Die Temperatur dieser Quellen fand ich, wie schon ange-führt worden, 7°,4R, und sechs Tage später 7°,5. InLippspringe selbst, unmittelbar bei der Ruine einer ehema-ligen Tempelherrnburg, entspringt die Lippe aus einertrichterförmigen Vertiefung, welcher die Volkssage eineunergründliche Tiefe beigemessen, die aber nach meinerMessung nur höchstens 9 Fuss beträgt. An dieser Stelle