Druckschrift 
2 (1810)
Entstehung
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768
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III* Theii. X. Capitel.

Grösse Tangente des Sehwinkels und diescheinbaren Grössen verhalten sich, wiedie Tangenten der Sehwinkel. Sind mithindie Entfernungen zweier rechtwinklicht gegen die Au-genaxse gerichteten Linien vom Auge gleich, so ver-halten sich ihre scheinbaren Grössen, wieihre wahren; und sind die wahren Grössengleich, so verhalten sich ihre scheinbarenumgekehrt, wie ihre Entfernungen vomAuge (die Linie erscheint um so länger, je nähersie dem Auge ist; vergl. oben), und die scheinba-ren Grössen sind gleich, wenn die wahrenGrössen sich verhalten, wie die Entfernun-gen. Die Sehne eines Kreises, erscheint je-dem im Umkreise sich befindenden Auge, unter gleichgrossen Sehwinkel. Was übrigens oben von OA alsLinie über der Augenaxe gilt, läfst sich auch vondem Theile Ao unter der Augenaxe, und wenn dieLinie wagerecht stände, auch von denen der Seite, zuliegenden Theilen O A und A o erweisen. Vergl. Langs-dorff a. a. O. u. Hihdebrandt a. a. O. §. 52t526. u. 53 t. bei sehr kleinen Sehwinkeln (die sichfast wie ihre Tangenten verhalten) setzt man bei op-tischen Berechnungen die Winkel für die Tangenten.

6) Durch Uebung im Ausniitteln der Grösse undEntfernung der Gegenstände, erlangt man nach undnach ein gewisses Augenmaas, d. i. die Fähigkeitblofs durchs Sehen die Entfernung und Grösse derGegenstände anzugeben, wobei jedoch sehr leichtTäuschungen möglich sind. Da die Netzhaut nichtweit hinter der Krystalllinse des Auges liegt(vergl. 741), so folgt von selbst, das jedes Bild imAuge sehr klein seyn mufs und dafs unser Unheil