Druckschrift 
2 (1810)
Entstehung
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766
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III. Theii. X. Capitei.

Standes, entspringen die iiusserst häufigen und mau-nichfaltigen optischenErschein ungen, d. i. einebesondere Art von Vorspiegelung nicht vorhandenerGegenstäde (optische Täuschung), deren Grundobjectiv ist. Es giebt aber auch Gesichtsbetrü-ge (die eigentlich sog. optischen Täuschungen Falla-ciae opticae ) deren Grund lediglich in uns selbst liegtoder subjectiv ist; dahin gehören gewisse Vorstel-lungen von gesehenen Gegenständen, welche uns dieseanders erscheinen lassen, als sie wirklich sind, weilwir aus Erfahrung und Gewohnheit gerade zu diesenVorstellungen gebracht wurden. Z. B. in Gemäldenerscheinen uns die einzelnen Theile und Gegenständein verschiedener Ferne und Tiefe, ohnerachtet siesämmtiich als gleiche Flächen in einer Ebene liegen.

4) Bei jedem sichtbaren Gegenstände können wiruns ein Paar, von dem äussersten Ende desselbennach der Sehe des Auges gehende, gerade Linie den-ken; der von diesen eingeschlossenen Winkel, heilstder Seh winkel (Angulus opticus), und so wie einmathematischer Winkel um so grösser ist, je näherdie Linie, nach deren Endpuncten seine Schenkel ge-hen , der Spitze liegt, und um so kleiner, je weiterdiese Linie von der Spitze entfernt ist; so erscheinenuns auch die Gegenstände um so grösser, je nähersie unseren Augen liegen, und um so kleiner, jeweiter sie davon entfernt sind (so dai's dunkele Kör-per unkenntlich werden, wenn der Sehwinkel unterdem sie erscheinen, kleiner als eine Minute ist). Je-des Auge hat für die Grösse des Sehwinkels gewisse,durch Versuche auszun.ittelnde Grenzen; zu kleineoder zu entfernte Gegenstände entschwinden dem Ge-sichte; jedoch weiden leuchtende Gegenstände auch