III. Tiieil. X. Capitel.
. sehen Gegensatzes beschränke (S. 701 und RittersBeitr. letztes Stück. Jena 1805.), oder ob diese Wir-kung vielmehr begleitendes Phänomen des ursprüng-lich im Augennprven thätigen organischen Processessey (S. 686 u. 687) ist unentschieden, und Gegen-stand der Physiologie. Yergl. Okbns Biologie, Kess-ler üb. die Natur der Sinne; Walthers Physiolo-gie etc. — Nur leuchtende oder erleuchtete Gegen-stände sehen wir; die dunkeln unterscheiden wir nurin sofern, als sie nicht Licht entwickeln, und dieUmgebung trüben.
5) Die Meinungen der Alten über die Art wie dasSehen bewirkt wird, waren sehr verschieden; dieder griechischen Philosophen führt vorzüglich Plu-tarcii (de Placitis philosoplior. IV. C. ig. 14.) auf.Democrit, Epikur und Pythagoras näherten sichderjenigen Ansicht, zu der wir durch Porta undKeppler in neuern Zeiten gelangt sind, der zufolgedas Licht der Gegenstände ins Auge gelangend aufder Netzhaut die Bilder der Gegenstände darstellt;sie nahmen an, dafs etwas von den gesehenen Gegen,ständen ins Auge komme, jedoch ohne das Wie die-ser Fortpflanzung deutlich zu bestimmen. Empedo-kles und HippARCHus gestatten Vermischungen derangeblich aus dem Auge kommenden Lichtstralen mitden Bildern oder Stralen der Gegenstände; Platonimmt eine ähnliche Zusammenstralung an; und setztals notlwendige Bedingung zum Sehen, ausser derAction des leuchtenden Gegenstandes, die Reactiondes lebendigen Organs. Den Stoikern war das Se-hen ein Fühlen des Auges mittelst des zwischen Augeund Gegenstand beweglich angenommenen Lichtke-gels. Heliodorus von Larissa glaubte, dafs kein