Von dem organischen Processe. 691
ist das Streben ein zweckmässiges Ganze zu seyn(welches überhaupt organ. Individuen charakterisirt,vergl. oben) unverkennbar ausgedrückt, und beidesind nicht blofs im individuellen Ganzen als Gesammt-organistnus sondern auch in den einzelnen Theilendes Individuums gegeben. Wird daher ein organischlebender Körper getheilt, so behauptet jeder Tlieil je-nes Streben so lange, als er vermöge der ihm geblie-benen Organe das Abgeliende ersetzen, und das Un-taugliche wegscliaffen kann; fehlen die dazu nüthigenOrgane, so stirbt der Theil ab. Wird hingegen durchdie beibehaltenen Organe das Fehlende möglichst er-setzt, so nennt man dieses nach den Gesetzen der or-ganischen Vertheilung fortgesetzte Verhiiltnifs schonbegründeten organ. Lebens: Reproduction. Fas-sen wir die Reproduction als ein Vermögen, und dieIrritabilität als Thätigkeit auf; so ist die Idenditätbeider, die organ. Wirksamkeit in der wechselsweisenAufnahme von Form und Thätigkeit d. i. in der Sen-sibilität gegeben. Aus der Gesammtthätigkeit desOrganismus resultirt die ihm eigenthümliche Tempe-ratur (S. 648)- — Das ausgezeichnetste Moment imLeben der Pflanzen (die darin den anorganischenKörpern ähneln, dafs sie iiusserlich mannicbfaltig, in-nerlich mehr gleichartig erscheinen, diese Mannich-faltigkeit jedoch durch eigne Kraft der inneren Ein-heit ihrer Functionen begründen und verändern) be-steht in vorwaltender auf ihre organische Einheit (alsGrundthätigkeit) periodisch bezogener Selbstproduc-tion (Metamorphose); das ausgezeichnetste Momentim Leben der Thiere (in denen innere Mannichfal-tigkeit der Functionen mit äusserer Einheit der Or-gane gegeben ist) ist der Kampf mit der Masse und
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