Von d. ehern. Processe u. unterwerfb. Stoffen. 649
edlen Metalle (Gold, Platin, Silber und Palladium),die des Merkurs, und zum Theil auch des Ni-ckels und Bleies. Die edlen Metalle sind zugleichdiejenigen, bei denen wenige Abstuffungen der Oxy-dation Vorkommen; während man bei den meistenübrigen Metallen wenigstens drei, häufig auch meh-rere Oxydationsstufen kennt. Die vollkommenenOxyde der unedlen Metalle, lassen durch Glühhitzegewöhnlich nur einen Theil ihres Sauerstoffes fahren(z. B. das scwarze Manganoxyd, welches man ge-wöhnlich zur Darstellung des Sauerstoffgases anwen-det, bleibt als mittleres braunes Oxyd zurück; 24Unzen des schwarzen Oxyds geben in beschlagenensteinernen, am besten aus Wedgwood verfertigten Re-torten mit anzuschraubendem Rohr behandelt an 1000Cub. Zoll Gas), und bleiben als mittlere oder unvoll-kommene Oxyde zurück. Mischt man hingegen jenenvollkommenen Oxyden eine Säure zu, welche sie alsunvollkommenes Oxyd aufzulösen strebt, ohne denabzuscheidenden Sauerstoff selbst in sich aufzunehmen,und ohne durch die hohe Temperatur zerstört ödenverflüchtigt zu werden; so ist die Entbindung desSauerstoffgases schon bei weit niederer Temperaturmöglich, indem die Anziehung der Säure zum aus-zusclieidenden unvollkommenen Oxyde, der Kraft derGlühhitze zu Hülfe kommt. So kann man z. B. auseiner Mischung von Vitriolöl und schwarzem Man-ganoxyde, schon über Lampenfeuer eine grossaMenge Lebensluft entbinden. Wählt man hingegenzu diesem Versuche die Salzsäure, so bildet sichzwar auch unvollkommenes Manganoxyd, welches miteinem Theile der Säure zu salzsausem Manganzusammen tritt, hingegen vereint sich der ausgescliie-