Von d. chem. Processe n. unterwerfb. Stoffen. 647
brennt man Schwefel in atmosphärischer Luft, soerzeugt sich schweflichte Säure, die sich durchden bekannten Geruch des brennenden Schwefels zuerkennen giebt, und eine gasförmige, im Wasser lös-liche , Sauerstoff begierig anziehende Verbindung desSchwefels mit dem Sauerstoffe darstellt. (Ueber dasBleichen der Wolle, über die Zerstörung mehrererPigmente durch Schwefelung mündlich.) Verbrenntman hingegen den Schwefel ( z. B. Schwefelfaden) inLebensluft, so brennt er mit höchst lebhafter blauerFlamme, ohne Verbreitung des bekannten Geruchs,zur vollkommenen sehr sauren, geruchlosen,Schwefelsäure oder Vitriolsäure. (Ueber die Be-reitung dieser Säure im Grossen.) Glühende Koh-le verbrennt in der Lebensluft mit Flamme undF’unkenwerfen zu Kohlensäure (eine unvollkom-mene Kohlensäure ist nicht bekannt, denn das sog.gasförmige Kohlenoxyd gehört nicht hieher,indem es ein Wasser und Sauerstoff enthaltendesKohlenwasserstoffgas ist.) Glimmender Feuer-schwamm, glimmende Holzspähne etc. entflam-men in Lebensluft; mit sehr glänzender Flammebrennen darin angezündeter Kampher, Weingeist, äthe-rischen Oele, und Aether. Bringt man in eine mitsehr reiner Lebensluft gefüllte, oben mit einem zuöffnenden Stöpsel versehene Glocke, die in eineSchaale mit Wasser gestellt ist, einen platt gehäm-merten spiralförmig gewundenen Eisendrath (odereine frei zugespitzte Uhrfeder) der mit dem stumpfenEnde in den Korkstöpsel befestigt ist, 'nachdem manzuvor das spitze Ende mit etwas glimmendem Feuer-schwamm oder Korkholz versehen hat; so wird dasEisen weifsglühend mit einer längst dem Drathe