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2 (1810)
Entstehung
Seite
596
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II. Theil. Vli. Capitel.

Ü96

geschritten werden, um durch grössere Ausdehnungdie Coliärenz zu schwächen und zugleich grössereEmpfänglichkeit für den anderen berührenden Stoff,durch Erhöhung der chemischen Anziehungskraft selbsthervorzubringen.

9) ,Gewöhnlieh bedürfen jede zwei etc. Stoffe eineneigenthümlichen Wärmegrad, um zum Maxinio ihrergegenseitigen chemischen Wirksamkeit zu gelangen.Der Wärmegrad selbst wird durch die Erfahrung be-stimmt. Merkur (Quecksilber) verbindet sich z. 13 .bei mässig hoher Temperatur mit dem Sauerstoffeder Atmosphäre, und bildet so Merkuroxyd; währenddieses bei Glühhitze den Sauerstoff als Gas entweichenund das Merkur für sich (reducirt) zurückläfst. Einst-weilen vergl. über Wärme S. 15 u. 16.

10) Der chemischen Anziehung entgegen wirkthäufig auch das Streben ein Körperganzes zu bildenoder das gestaltende Princip, vergl. S. 96, wel-ches in der Chemie unter der Benennung verbin-dende Verwandtschaft, Anziehung des Gleich-artigen etc. §. 52. bekannt ist. Es gehört dahin derUebergang flüssiger Stoffe in einen mehr oder we-niger festen Körper, welches sich durch das Ge-stehen, durch Gerinnen, durch Gallertbil-dung etc. äussert ; ferner die Krystallisation,wodurch ein geometrisch begränzter, regelmässi-ger (d. i. durch irgend eine Ebene in zwei-gleicheund ähnliche Hälften theilbarer) Körper entsteht;und die Erzeugung neuer Organismen z. B, Infuso-rien, Schimmel esc., wo die einzelnen Theile undGlieder sowohl als auch das Körperganze stets mehroder minder verschieden krummlinigt begränzt sind.