II. Tlieil. VII. Capitel.
Zeit, von zwei Chemikern , unter zwei verschiede-nen geogr. Breiten angestellt wurde; vergl. §. 65.
N. 2-5.
6) Die meisten chemischen Versuche sind bisherund werden in der Regel angestellt, ohne dabei denjedesmaligen Druck der Luft (§. 82. [N. 3.) zuberücksichtigen. Operirt man indefs mit Stoffen, diebei vermindertem Luftdrucke, zur elastischen Flüs-sigkeit sehr tendiren, so kann vermehrter Luftdruckdie Einwirkung solcher Stoffe erhöhen und beschleu-nigen ; umgekehrt verminderter Luftdruck diesel-ben schwächen. Bei den chemischen Anziehungenverschiedener Gemische, welche von Zersetzungenund Ausscheidungen solcher Stoffe begleitet sind,die Neigung zur Luftform haben, kann der vermin-derte Luftdruck die Ausscheidung dieser Stoffe be-schleunigen , und dadurch der ferneren Einwirkungder übrigen Mischungstlieile zuträglich seyn. Mehrere-fliichtige Stoffe verbinden sich sehr schwer mit min-der flüchtigen; die gegenseitige Eimvirkung kanndann aber sehr erleichtert werden, wenn man beidebei höherer Temperatur in luftdicht verschlossenenGefässen behandelt. Die flüchtigen durch die Tem-peraturerhöhung ausgedehnten Stoffe, finden dann inden Gefäfswänden einen ihre Ausdehnung hemmen-den Widerstand, der gleich einem sehr grossen Luft-drucke wirkt, die Elasticität der ausdehnsamen Stoffedaher erhöht, und veranlafst, dafs diese Stoffe durchmöglichste Erweiterung ihrer Raumerfüllung, denwiderstrebenden Stoff zerllieiien, nach und nach inallen möglichen Flächen berühren, und dadurch diegegenseitige chemische Anziehung und Durchdrin-gung erleichtern. Dahin gehört der Gebrauch de«