Druckschrift 
2 (1810)
Entstehung
Seite
592
Einzelbild herunterladen
 

9 *

11. Theii. VII. Capitel.

5) Die chemische Wirksamkeit der Stoffe äussertsich stets dadurch, dafs sie aus zwei oder mehrerendifferenten Stoffen, ein oder mehrere relativ neueGanze zu erzeugen strebt. Wir bezeichnen dieses Stre-ben, um es von der Schwere und anderen Anziehun-gen zu unterscheiden, durch chemische oder mi-schende Verwandtschaft, oder richtiger durchEinungsstreben, und den Ausdruck desselben, sowie auch sehr häufig seinen Erfolg selbst, durch Mi-schung (im lezteren Fall richtiger durch Ge-misch), Einung (Synthesis); vergl. §. S. 95. Jedechemische Verbindung, sey sie blofs zwischen zweioder mehreren Flüssigkeiten, oder durch Lösungoder durch Auflösung (vergl. S. 96 u. C. III. ) ge-geben , ist gleich einer gegenseitigen Durch-dringung (vergl. §. 24.) der dabei tliätigenStoffe, begründet durch die chemischeVerwandtschaft, und vermittelt durch Be-rührung in unmefsbarer Ferne, wobei jederdabei thätige Stoff seine individuelle Raumerfüllungverliert, um mit dem anderen vereint ein unddenselben Raum zu erfüllen, d. h. ein homoge-nes Ganze darzustellen. Es erleiden daher die Stoffeunter erwähnten Umständen eine Wandelung, dienicht blofs ihre chemischen sondern auch ihre räum,liehen Verhältnisse trifft; und die Durchdringungmacht aus dem Grunde das Wesentliche des chemi-schen Processes aus.

4) Die Anwendung der ehern. Mittel zur ehern. Zu-sammensetzung oder Zerlegung überhaupt, nennt manchemische Operationen (Operationes chemicae)oder auch cliem. Frocesse, und unterscheidet diesedadurch von denen ihnen gewöhnlich vorangehenden