Von dem Galvanismus. 605
düng des Flintenlaufes einkiiuet, und nachdem derim Innern des Ofens befindliche Theil desFlintenlaufs vollkommen glühet, die Retortebis zum Sieden des Wassers erhitzt.
7) Die meisten Versuche mit der einfachen galvani-schen Kette, sind bis jetzt bei einer Temperatur an-gestellt worden, die niedriger als die Siedshitze desWassers war; und da diese bereits so wichtige Resul-tate gewährten , so dürfte die Beantwortung der Fra-ge; wie sich alle diese Phänomene bei Glühtemperaturausnehmen würden? für die Wissenschaft sehr inte-ressant seyn; auch zugegeben, dafs Wasserdampf umso mehr isolirend wird, je höher seine Ausdehnungdurch Hitze wächst, so nimmt doch umgekehrt dasI eitungsvermögen verschiedener Isolatoren, bei hoherTemperatur bedeutend zu. Ob indefs die Fällungender Metalle auf trocknent Wege (vergl. KästnersGrundr. d. Chem. I. 8.97), schon zu solchen noch un-gekannten Kettenactionen gehören, steht zu bezweifeln.
8) I m sich eine Vorstellung von der Schnelligkeitund ausserordentlich grossen Menge der Electricitätund ihrer Entwickelung in der Kette (ohne Zwischen-raum ) des obigen XXIV. Vers, zu machen, dient einevon Ritter angestellte Berechnung: über die beider Reduction des Horn Silbers (im Wasser höchstschwer lösliches salzsaures Silber) durch Kochen mitWasser und Eisen , galvanisch wirksame Menge vonElectricität; von der innerhalb 10 Minuten soviel ent-wickelt wurde , dafs 960 Gran Plornsilber reducirtwerden konnten; wozu die beste Electrisirmaschine15 Tage 18 Stunden und 30 Minuten d. i. 1983mal soviel Zeit erfordert hätte, Ritter in Geh-rens Journ. f. Chem. u. Physik, I, S. 384 ff.