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so würde die Mündlicbkeit dem Vorwürfe nickt entgehenkönnen, daß sie der erzwungenen Freiheit der Rede dieFreiheit der Rcchtsvcrlhcidignng zum Opfer bringe.Die Kunst der freien Rcdegabe, so wie die Kraft einesschnellen und treuen Gedächtnisses, sind spärlich undsehr ungleich vertheilt. Alle Gegenstände von weitemUmfang und reichem Inhalte, alle die aus vielen durch-einander laufenden, größeren und kleineren Einzelheitenbestehen, von denen keine verloren gehen darf, ohnedaß das Ganze dadurch leide, welche insgesammt an ih-ren rechten Ort, in ihre natürliche Verbindung, in diegehörige Ferne oder Nahe gestellt werden müssen, umin dem rechten Lichte zu erscheinen: alle solche Gegen-stände sind von der Art, daß sie, selbst nicht dem ge-übtesten Talent, jene Lxtompxwalls suckse.',!, gestatten,welche' im Vertrauen auf die Gunst des Genius erwar-tet, daß dieser das nothwendige und dienliche aus derVorrathskammcr des Gedächtnisses, im rechten Augen-blick, im erforderlichen Zusammenhang, mit den unpas-sendsten Worten dem Redner werde auf die Zunge ge-ben. In solchen Fällen bedürfen selbst D c m vsthcncsund Cicero, ehe sie die Nednerbnhnc betreten, wenig-stens als Vorbereitung ihres bedachtsam schaffenden, son-dernden, ordnenden Griffels, zu dessen Erzengniß sie viel-leicht wie oft! prüfend, zweifelnd und bessernd zurückkeh-ren, um erst aufdem Blatte vor ihren Augen znrVollkom-mcnheit herauszubilden, was nachher als Rede ihrenLippen entströmen soll. Daß ein Cicero und Demo-sthencs nichts von ihrer schriftlichen Ausarbeitungauf ihre Ncdnerbühne mitnahmen (7), war sehr natür-
(7) Daß damit nicht etwa gesagt werden soll, als hatte Demo-
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