Die Eroberung von Demmin.
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von Stralsund her, traf man erst auf ein Schloß, und bann aufeinen verschanzten Thurm, bis man an die Wälle von Demminselbst kam. Zn dieser Stadt hatten daher die Kaiserlichen ihreHaupt-Vorräthe. Die Besatzung machte 1700 Man» unter demHerzoge von Savclli auS, welcher Befehl erhalten hatte, denPlatz während drei over wenigstens zwei Wochen zu vertheidigen,nach deren Verlauf Tilly versprochen hatte, zum Entsatz herbeizu kommen.
Der Herzog von Saveüi hatte schon immer seit der Ankunftder Schweden den Oberbefehl in Vor-Pommern geführt. Erwar ein tapfrer und geschickter Krieger; aber, gleich den meistenandern Italienern, welche Theil am dreißigjährigen Kriege nahmen,hauptsächlich nach Raub und Plünderungen trachtend, um dannendlich mit den solchergestalt gesammelten Reichthümern nach demschönen Vaterlande zurückzukehren, und sie dort ruhig zu genießen.Bei Saveüi war diese Habsucht bis zn einer Abscheu erregendenHöhe gestiegen und erweckte allgemeinen Haß. Man erzählt, erhabe, bei Gustaf Adolfs Annäherung, alle in der umliegendenGegend befindliche Pferde zusammentreiben und dann ihren Ver-kauf öffentlich ankündigen lassen , um vermittelst dessen noch mehrbaares Geld an sich scharren zu könne». Aber die Pferde warenmeist mager und verbraucht und das Volk arm an Gelv; dieFolge war, daß wenige oder gar keine Käufer sich meldeten. Dagab Saveüi die Pferde aber doch nicht ihren Eigenthümern zurück,sondern schloß eine llcbereinkunft mit dem Schinder der Stadt ab,wodurch dieser das Recht erhielt, sie gegen eine Abgabe von sechsSchilling für die Haut, zu schlachten! — Unter den Kriegs-kameraden dieses Savelli bemerkte man außerdem jenen QuintiDel Ponte, welcher die verrätherischen Ränke gegen Gustaf AdolfsLeben gesponnen hatte. AuS Furcht vor dessen Rache verschaffteer sich aber doch die Gelegenheit aus der Festung wegzuschleichen,mußte aber sein Gepäck und die zusammengeraubten Reichthümerzurücklassen.
Den 12. Februar rückten die Schweden vor und umringtendie Stadt, wobei Gustaf Adolf sich mit der Artillerie bei Ronncn-berg lagerte, von dessen Höhen aus er mit gutem Erfolg dieWälle beschießen konnte. Durch die starke Kälte waren Sümpfeund Flüsse zu Eins zusammcngefroren, zu nicht geringem Nutzen