Druckschrift 
Th. 2 (1843)
Entstehung
Seite
16
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Viertes Capitel.

hielten sich, in Ermangelung eines Andern, an geringere Dinge.Sie rissen Männern nnd Weibern die Kleider dem Leibe, dieerstem mißhandelnd nnd oft ermordend, nnd die letzter» truppweise,von jedem Alter nnd Stande, gewaltthätig behandelnd, und danndie Zernichteten nnd beinah Leblosen an den Thoren zwischen denblutigen Körpern der Männer liegen lassend. Der Naub wardnach dem Lager gebracht, eben so die schönsten Frauenzimmer,welche für geringes Geld unter den Soldaten hin nnd her gekauftnnd verkauft wurden. So fuhren sie in wilder Raserei den 7.,8. und 9. September fort, während welcher Zeit mehrere Quartiereder Stadt niedergebrannt waren, theils zufällig, theils absichtlichangezündet. Durch einen besondern Glückssall war doch noch einbedeutender Theil derselben von den Flammen verschont worden.Den 10. gab Götz Vesehl auch diesen anzuzünden. Einer derGeistlichen der Stadt, der noch zufällig am Leben, obgleich ver-wundet und übel zugerichtet war, begab sich bei der Nachrichthiervon zum Obersten, und beschwor ihn „den unglücklichen Uebrig-gebliebenen wenigstens die leeren Häuser und Heiligthümer zumGottesdienste zu lassen." — „Nein!" antwortete Götz, „ichhabe mich durch einen theuern Eid verbunden dieses ketzerische undverrälherische Nest zu zerstören, und dieser Eid soll nicht gebrochenwerden." — Er gab da» Brandzeichen und die Kroaten saustenhinein, zündeten die Stadt an allen Ecken an, und streiften zu-gleich noch einmal plündernd und mordend durch die Häuser.Das Feuer griff schnell um sich, und trieb die Mordbrenner nachden Thoren. Sie sammelten sich im Lager unv traten mit allemdort aufgehäuften Naub ihren Rückzug an, die Stadt in vollenFlammen verlassend. „Seht!" riefen die Kroaten, „seht, wieprächtig Pasewalk brennt! ' Einen so schönen Brand hat manwohl »och niemals gesehen!" Bald stürzte der Kirchthurm zu-sammen, und die erlöschenden Flammen zeigten an, daß Pasewalk,in Staub und Asche sinke! Mit seinem Raube und seinem Räuber-haufen kam Götz ins kaiserliche Lager zurück.

Dieses scheußliche Verfahren erweckte überall Unwillen undSchmerz. Die Protestanten stießen laute Verfluchungen gegen daskaiserliche „Soldatenpack" aus. Immen» tusovnlseiisis war

) Das Schlachte» zu Pasewalk.