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Th. 2 (1843)
Entstehung
Seite
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Stettins Eroberung.

Brahe's Befehl besetzt worden waren. In die Stadt zu gehen,ward den Soldaten streng verboten, noch mehr alles Plunder».Zwei von ihnen, welche aus eines Bauern Baumgartcn ein wenigObst genommen halten, wurden augenblicklich gehängt, ihrenKameraden zum warnenden Beispiele, den Einwohnern zum Troste.Unterdessen brach die Dämmerung ein. Der Herzog hatte imSchlosse für den König mehrere Gemächer znrecht machen lassen;aber dieser dankte dafür und nahm statt dessen sein Nachtlagerdraußen auf der Flotte. „Wenn der König," sagte er, „aufeinem Matrosenbette liegt, so muß der General auch mit einemweichen Rock und der Soldat mit einem reinen Strohbund zu-frieden sein."

Die Stadt Stettin mußte als Brandschatzung 50,000 NeichS-thaler bezahlen und das umher liegende Land eben so viel. DerOberst Damitz ging in Gustaf Adolfs Dienste über, eben so dieganze Besatzung, welche nach der Farbe ihrer Fahnen den Namen:das weiße Regiment, erhielt. Die Festungswerke der Stadtwaren schwach und verfallen. Gustaf Adolf ließ seine Soldatenunverzüglich an ihre Herstellung gehen. Mit unglaublichem Eiferund Feuer ging die Arbeit unter des Königs Augen und Anlei-tung voran. Nach vier Tagen sahen die Stettiner ihre Stadt ineine uneinnehmbare Festung verwandelt. Unterdessen war Contiin Eilmärschen herbei gezogen. Er kam zwei Tage zu spät.Gustaf Adolf ließ, um ihm seine Ucberlegenheit zu zeigen, dieStadtthore Nacht und Tag offen stehen. Conti ließ ihn in Frieden,und zog sich nach Greifenhagcn und Gartz hin, wo er ein ver-schanztes Lager anlegte, welches die Oder beherrschte, und jedeBewegung der Schweden bedrohte. Gustaf Adolf zog hin undbot ihm eine Schlacht an, aber Conti, seine Vortheile kennend,lag unbeweglich hinter den starken, mit Kanonen gespickten Wällen.

Zwischen dem Könige und dem Herzoge von Pommern wardunterdessen ein Schutz-und Trutzbündniß geschloffen, worin GustafAdolf sich ausbedung, daß er beim endlichen Schlüsse der UnruhenPommern behalten solle, bis Schwedens Kriegskosten bezahltwären. Des Herzogs große Furcht vor dem Kaiser trieb ihnaber doch, bei demselben heimlich sein Bündnis: mit Gustaf Adolfzu entschuldigen. Als Grund ward der Schweden Ucberlegenheit,der Kaiserlichen Gewaltthätigkeiten und Plünderungen angeführt