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wechselt; wo, in die Felle erschlagener Bären gewickelt, derMensch mit Lebensgefahr unter den wüthendsten Stürmen zwi-schen den Erschollen des Meeres Hinschiffen muß, Fische zu seinerNahrung zu fangen? Und doch wohnen viele glückliche Menschendaselbst, die uns nicht um das beneiden möchten, was wir alsVorzüge preisen. Wer von uns würde unsere freundlichen Land-schaften mit dem brennenden Himmelsstriche vertauschen wollen,wo die senkrechten Strahlen der Sonne das Erdenrund durch-glühen; wo kühlende Quellen zu den Seltenheiten gehören;bald die ganze Natur in der ewigen Hitze zu verschmachten droht,bald Alles in den langen vielmonatlichen Regenzeiten in Fäulnißverderben will; wo Wärme und Feuchte ein Heer quälendenUngeziefers zeugt, und der Mensch mit allerlei Ungeheuern derWüste zu kämpfen hat? Und doch wohnen dort glücklicheMenschen, die eben so wenig nach unserm von uns gepriesenenLande verlangen, als wir nach dem ihrigen.
Diese wunderbare Heimathliebe hat viele Ähnlichkeit mitder Liebe des Säuglings zur Mutter, mit der Liebe der Mutterzu ihrem Säugling. Und bötest du der Mutter für ihr eigenesKind auch ein weit schöneres, weit geistvolleres: sie würde esverschmähen, und nur das ihrige lieben können.
Wie soll ich mir ihren Ursprung erklären, da sie kein eigent-licher Naturtrieb, auch keine bloße Frucht der Gewohnheit,noch weniger eine Folge von Ueberlegung ist?
Die Heimathliebe hat ihre ersten Keime in den ersten Em-pfindungen und Vorstellungen des jugendlichen Alters. So wieda auf das zarte Gemüth, auf das reizbare Gefühl, auf dielebhaftere Einbildungskraft alle Umgebungen einen Liefern Ein-druck, einen unvcrlöschlichern, machen, als in spätem Jahren:so hinwieder lebt der junge Mensch sich gleichsam tiefer undinniger in alle seine Umgebungen hinein; er belebt Alles, auchdas Leblose, mit seinen Vorstellungen; er macht spielende Freund-schaften, wie mit Kinderpuppen, so mit Gesträuchen, Wohnun-gen, Bergen, Winkeln. Jeder Tageszeit, jeder Jahreszeit,jeder häuslichen und außerhäuslichen Beschäftigung lauscht er