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6 (1837) Gott in der Natur
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sind, als unsere Vaterlande. Auch nicht deswegen, weil inallen Menschen ein gewisses Rcchtlichkeitsgefühl so mächtigherrscht, daß Keiner den Andern aus seinem Wohnsitze undEigenthum vertreiben möchte. Nein, denn größer, als dasRcchtlichkeitsgefühl, ist meistens die Habgier und unbarmherzigeSelbstsucht der Menschen. Und doch verlassen die Nationenihre Sitze nicht, sondern bleiben auf den Stätten, die ihnenGott angewiesen hat. Ja, sie sehnen sich nicht einmal in dieschöner» Gegenden, denn jede Völkerschaft findet, daß ebendiese Heimath, auch bei manchen Mängeln derselben, die vor-züglichere sei.

Durch keinen rohen, bloß thierischrn Naturtrieb also sinddie Völker an die Wcltgegenden gebunden, die sie einnehmen;durch keine Furcht, durch kein Gewissen, sondern durch denZauber der Heimathlicbe. Dies unsichtbare Band ist so mächtig,daß es gegen die Vorzüge fremder Länder gleichgültiger, abergegen deren Nachtheile empfindlicher macht, wie cs umgekehrtmit allen inländischen Mängeln aussöhnt, und alle Vortheiledes vaterländischen Himmels reizender darstellt.

Wahrlich, die Macht der Heimathliebe ist nicht minder wun-derbar, und ihre Wirkung zum Besten des menschlichen Ge-schlechts nicht minder außerordentlich, als ihr göttlicher Ur-sprung. Man erkennt -den Finger Gottes auch hier, daßMillionen mit Begeisterung eben den Erdstrich lieben, den be-wohnen zu müssen Millionen ihr größtes Elend heißen würden.So ist Gott überall Gott; nur er wirkt überall weislich,gnadenvoll, unbegreiflich. Kommet, und sehet an die WerkeGottes, der so wunderbar ist mit seinem Thun unter denMenschenkindern!

Jene Heimathliebe, die allen Völkern natürlich ist, kannman durchaus nicht für eine Frucht der Gewohnheit halten.Sie ist etwas anderes, und mehr, als bloße Gewohnheit! Dasbezeugen tausend und tausend immer sich wiederholende Erfah-rungen. Unzählige verlassen, ihr Brod, ihren Erwerb in fremdenLanden zu suchen, die Heimath; ziehen hinaus in die reizendsten