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6 (1837) Gott in der Natur
Entstehung
Seite
470
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würden in den fruchtbarsten Gefilden Hungers sterben, weilihre Speise, ihr Moos, ihre Flechte nur an den magern,vielbeschneieten Felsen kalter Mitternachtländer wachsen. DerMensch hingegen baut sich leichte Hütten von Baumzweigen inden glühenden Sandwüsten und pflückt dieKokusnuß vom Gipfeldes Palmbaums; er streut und ärntet vervielfältigt die Saatenseines Brodes in den Boden gemäßigter Erdgegenden; erwohnt an den Felsen des Eismeers, gräbt sich in den Bodenunter dem Schnee sein Haus, und trägt Vorräthe von Fischenhinein.

Man möchte fast besorgen, daß eben diejenige Eigenschaftdes Menschen, die dazu dienen soll, durch ihn alle Weltgegendeuzu bevölkern, das Gegentheil bewirken und verursachen könnte,daß sich einmal alle Menschen auf einen Fleck der Erde zu-sammendrängen. Denn weil sie ihrer Natur nach fähig sind,überall wohnen zu können: warum sollten sie nicht einmal aufden Wunsch kommen, die rauhen und wilden Weltgegenden,oder die brennenden Wüsten der heißen Zone, gegen schönereund mildere Himmelsstriche zu vertauschen? oder unfrucht-bare Einöden, in denen sie Herumstreifen, gegen fruchtbareLandschaften, die Alles, was das Leben reizend und bequemmacht, in Uebrrfluß erzeugen? Wenn dies je geschehen sollte,welche ungeheure Völkerwanderung! Welch ein entsetzlichesKriegen und Morden zwischen denen, die da kommen, unddenen, die verdrängt werden sollen!

Und doch lehrt eine vicltausendjährige Erfahrung, daß einsolches Besorgnis ganz ohne Grund sei. Nicht deswegen, weildie Völker, welche in angenehmen Landen wohnen, stärker undtapferer sind, als alle übrigen, und ihnen Furcht riuflvßen.

- Nein, sie können es nicht immer, und die Menge der Uebrigenwürde endlich auch die Tapfersten erdrücken. Nicht deswegen,weil die Bewohner unfruchtbarer Länder die lieblichern Welr-gegenden nicht kennen. Nein, denn sie sind ihnen durch ihreReisenden gar wohl bekannt. Und cs sind in andern Welttheilcnnoch unermeßliche Landstriche vorhanden, welche unbewohntsind und von denen wir wissen, daß sie schöner, m l)er, üppiger