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Mit Verwunderung findet der Reisende auf den allerhöchstenGebirgen der Erde, verschlossen in den härtesten Felsen, Muschelnund Ueberreste von Seethieren, welche in unfern Zeiten ent-weder in Meeren wohnen, die auf einer ganz entfernten oderentgegengesetzten Seite des Erdballs sind, oder welche überhauptnirgends mehr lebendig gefunden werden. — Die gleichen Ent-deckungen macht man im Schoose der Erde, wo in Kalkstein-lagern, viele hundert Klaftern tief unter der Oberfläche, ganzzu Stein geworden, die Ueberbleibscl fremder Thierarten einesehemaligen längst verschwundenen Weltalters ruhen, und wiedervon unermeßlich dicken und weiten Steinlagern vergraben wordensind, zu deren Bildung mehr als ein Jahrhundert oder Jahr-tausend gehörte.
Also war dieser Erdball doch schon einmal von lebendigenWesen bewohnt, und zu einer Zeit, von der wir nichts wissen.
Und das Alles ward wieder von einer unbekannten Gewaltverschüttet und vernichtet, ehe denn ein Mensch war. Dennunter allen zu Stein gewordenen Muscheln und Knochen derVorwelt, die im Innern der Felsen gefunden werden, ist nochniemals die entfernteste Spur eines menschlichen Gebeins ge-sehen worden.
Solche Verwandlungen des Erdballs müssen schon mehr-mals statt gehabt haben. Denn meistens erblickt man in dentiefsten und ältesten Stein - und Felsenmassen ganz andere Thier,spuren, als in den darüber liegenden, folglich jüngern. Alsoward eine schon zum auocrn- und drittenmal belebte und auf-geblühte Welt zum andern- und drittenmal vernichtet, undgleichsam durch einen unermeßlichen Ueberguß von Kalk undThon vergraben. In denjenigen Steinschichten oder Felslagern,welche der Oberfläche der Erde am nächsten sind, die sich folg»lich erst am spätesten geformt zu haben scheinen, wird man einenneuen Schöpfungsmorgen gewahr. Man erblickt darin, außerden Uebcrbleibseln von Thieren, auch die zu Stein gewordenenHolzarten und Pflanzen, von Lenen wir noch viele erkennen,daß sie auch heutiges Tages vorhanden sind. Aber Wunder undRäthsel anderer Art steigen uns aus diesen Grüften entgegen.
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