sich dann die ersten Kristalle gern an die äußersten Spitzen derStacheln anzusetzen pflegen. So ist es gar wohl möglich, daßdie zarten Eisnadeln des Schnee's, wie sie durch Luftschichtenfallen, in welchen aufgelöfttes Wasser enthalten ist, einen Nieder-schlag der wässerigen Theile bewirken, die Entstehung neuer Eis-nadeln befördern, und sich durch diese vergrößern. Der Schneeist dabei weit leichter, als das gewöhnliche Eis, so wie diesesleichter als Wasser ist. Das Eis ist im ganzen Umfang ungefährimmer ein Neuntel größer, als das Wasser, aus dem es zu-sammengefroren ist; während frischgefallener Schnee zehn - biszwölfmal größern Raum cinnimmt, als das Wasser, das diegleiche Menge Schnee's gibt, wenn sie geschmolzen ist. So hatder weise Schöpfer im Schnee die Härte des Eises mit derWeichheit des Wassers, mit der Leichtigkeit des Dunstes ver-bunden, daß diese in unzählbarer Menge fallenden Eistheile denGewächsen und Bewohnern der Erde keinen Schaden zufügenkönnen. Jede der feinem Schnecnadeln ist halb durchsichtig wieanderes Eis. Wird der Schnee fest zusammengedrückt, so ver,liert er seine Weiße, und wird auch durchscheinender, was ernicht sein kann, so lange er locker auf einander liegt, wo danneine Nadel von der andern durch Lufträume getrennt ist, undan den vielen Oberflächen das Licht zu häufig gebrochen wird.Es hat der Schnee überhaupt die Eigenschaft, das Licht starkzurückzuwerfen, und es gleichsam damit zu vermehren. Einlanges Wandern in Schnecgefiloen, von der Sonne beglänzt,überzeugt uns davon. Das Licht ist so blendend und angreifend,daß es nicht nur leicht Entzündung der Augen, sondern selbstBlindheit verursachen kann. Eben diese Eigenschaft ist eine derpreiswürdigsten Wohlthaten des Schöpfers, besonders in jenenfast immer kalten Ländern, wo ein neun Monden langer Winterfast eine beständige Nacht ist, und die Sonne nur wenigeStunden leuchtet, oft Wochen und Monden lang nicht aufgeht.Dort ist es die Klarheit des Schnee's, welche die anhaltendenNächte und sonnenlosen Tage erhellt, auch dann noch, wennweder der Mond sein Licht gibt, noch die Nordlichter ihrendunkelrothcn, wundersamen Schimmer verbreiten.
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