der Schöpfungen sein andächtiger Geist zum Schöpfer hinauf.„Unser Herr ist groß," sang er: „unser Herr ist groß und vongroßer Kraft; und er ist unbegreiflich, wie er regiert. Er gibtSchnee, wie Wolle; er streut Reif, wie Asche. Er wirft seineSchloßen wie Bissen; wer kann bleiben vor seinem Frost?"(Ps. 147, 5. 16. 17.)
Ja, groß ist er, und unbegreiflich, wie er regiert!— Aberwie wenige Menschen sind es, welche in den merkwürdigenErscheinungen des Winters etwas Großes und Unbegreiflicheswahrnehmen! Sie sehen die gewaltigen Veränderungen desTages, und erblicken darin nichts, als etwas Gewöhnliches.Wie der Rabe über die Schnecfelder hinfliegt, seine Nahrungzu suchen, ohne eines andern Gedankens fähig zu sein: so dieMenge der Menschen, welche, gleichgültig um das, was sieumgibt, nur Gedanken für Erwerb, Nahrung oder Vergnügenhat. Ihr ist Eis Eis, Reif Reif, Schnee Schnee, und mehrals dies weiß sie nicht zu denken, bemüht sich auch nicht, weiterzu forschen.
Und doch ist schon sede einzelne Schneeflocke, wie sie vonihrer Wolke niederschwebt, ein Wunderbild, und verkündet:Er ist unbegreiflich, wie er regieret! — Wie entspringen dieseungeheuer» Massen zartgefrornen Wassers in den unendlichenRäumen des Himmels? Wer hält diese Lasten, unter welchendie Zweige der Bäume einbrechen; Lasten, die manche Hüttezusammendrücken, und die doch in vielen tausend Zentnernfederleicht und lange unsichtbar am Firmament schweben, daßsic nicht niederfallen, bis es Zeit ist, und sanft zur Erde in un-endlich kleinen Theilen niedersinken, damit auch der zartesteHalm nicht von ihrem Falle verletzt werde?
Wir können zwar sagen, Dünste ziehen sich über uns inWolken zusammen und gefrieren, wie sie sich verdichten, undgewinnnen größere Schwere, also daß sie nothwcndig durch dieLuft herabfallen müssen; — allein welche Kraft ist es, die un-begreiflich schnell am reinsten Himmel plötzlich Dünste in Wolkenzusammenzieht? Wie entsteht das Gefrieren? Was ist die Kälte?Warum erscheint die Kälte im strengsten Winter bald wirksam