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6 (1837) Gott in der Natur
Entstehung
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445
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47 .

Der Schnee.

Psalm tä7, 5. t«. t7.

Hier sicht, Beherrscher der Natur,

Im Schatten Deiner Werke,

Mein Auge wie im Spiegel nurDie Größe Deiner Werke.

Wie schön ist, was mein Auge sieht!

Doch, ach.' o Gott, wie viel entflichtNicht meinem blöden Blicke!

Groß bist Du, wie auf Sina'S Höh'n,

Der in den Himmel strebet,

Auch in dem Staub, der, kaum geseh'n,

Im Sonnenstrahle schwebet.

Groß bist Du in des Sommers Pracht,

Und wu»der»sll strahlt Deine MachtUns aus des Winters Eisflur.

Wenn Strom und See gepanzert steh'n,Vom Reif die Zweige flimmern,

Wenn Silberflvcken uns umweh »,

Nordlichter gaukelnd schimmern,

Etsblumen an den Fenstern blüh'n,

Vom Sturm die Wolken röthlich glüh'n:

Das Alles ist Dein Segen.

O Vater, deß mein Herz sich freut,

Du schufst mich nicht vergebens.

Wie viel gibst Du der SeligkeitMir schon im Traum des Lebens!

Wie wenig ist's, was ich hier seh'.

Hier, o mein Gott, von Dir versteh';

Doch macht schon das mich selig.

Avenn an einem lieblichen Frühlings - oder Sommermorgendie abwechselnde Herrlichkeit unzähliger Blumen und Blüthcnunser Auge entzückt, ein unsichtbares Meer von Balsamdüftenuns umschwimmt, eine milde Wärme uns anweht, und dasSchwirren des Käfers, das Sumsen der Biene, der Gesang derVögel um uns ertönt, oder wenn der reiche Herbst die hohenSaaten vergoldet, mit Beeren und Früchten aller Gestalt dieZweige der Bäume und Gesträuche nicdcrbeugt, und statt desGrüns endlich dem Laube der Wälder einen vielfarbigen Schmuckgibt, dann empfinden wir dieses reine, stille Entzücken,