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6 (1837) Gott in der Natur
Entstehung
Seite
440
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Klagen und Jammern Ln den Häusern; von Tobten, die zu denGräbern getragen werden. Ein Sturm tritt ein, ein Gewitterschreckt die Welt die Lüfte sind gereinigt; die Erkrankten ge-nesen ; dis Thronen verwandeln sich in Freude. Gott hat seineAbsichten erreicht. Ich aber empfinde, daß ich, bei aller meinerVorsichtigkeit und Klugheit, und bei Ausübung aller Pflichten,die ich meiner Gesundheit schuldig bin, doch immer in derGewalt des Herrn bleibe, und mich ihr so wenig entziehen kann,als der Luft, in der ich athme. Wie kommt es doch, daß derMensch die Nähe Gottes so selten bedenkt, da er sie doch inallen Abänderungen des Wetters fühlen muß? Welche Wettereintreten sollen und müssen, sind die Verfügungen des All-mächtigen; dazu müssen aus den namenlosesten Fernen desHimmels uns unbekannte Weltkörper Mitarbeiten. Und er, derdie Himmel immer und ewiglich hält, und sie ordnet, daß sie«icht anders gehen müssen, sollte er das Geringere nicht thun,mrd das Schicksal und Leben eines Menschen ordnen? Bei ihmist Alles Zusammenhang, nichts ein Bruchstück. Auch ich gehörezum Ganzen. Auch mich hat er gezählt. Wahrlich, es gehörtzu den Beweisen von ungeheuermLeichtsinn des Menschen, wennsie, die vom leisesten Hauch der Luft abhängig sind, ihre Tageund Wochen oft ohne einen Gott verleben! Der Nebel, dersich umschwebt, der Thau, dm die Nacht ausgießt, der Reif,der die Gesträuche umflimmert, die Wolke, welche den Himmelverdüstert, der Schnee, welcher heute, der Regen, welchermorgen aus den Höhen fällt, Alles ist Werkzeug Gottes, aufDeine und der Deinigen Gesundheit hingerichtet. Du bist immer-dar in Berührung mit Gott, ihm stets nahe. Aber wo ist deineVerehrung seiner? Wie ist dein Wandel vor ihm?

Das haben wir längst schon als Kinder in dm Schulengelernt, daß die Vorsehung unsere Schritte regiert. Daranhaben wir weit weniger gedacht, welcher Mittel sich die Vor-sehung bediene. Vielleicht am allerwenigsten fiel uns bei, daßder Wechsel der Witterung, dieses so unbedeutend scheinende, weilwir es beständig sehen, eines der gewöhnlichsten und größtenMittel Gottes sei! Du hast einen Spaziergang, einen Besuch,